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| Ich hab mich zwar irgendwo hier schon mal im Forum darüber ausgelassen, aber trotzdem: Der Sinn des Rechts ist es nicht primär, Handlungen zuzulassen, die andere vor Schaden bewahren, sondern zu regeln, was passiert, wenn ein Schaden entstanden ist. Das Recht arbeitet deswegen hauptsächlich mit Verboten oder Forderungen - was an sich auch logisch ist, denn wenn Recht aufzählen wüprde, was erlaubt ist, wäre es dahin mit der "Freiheit". In diesem Zusammenhang muss man auch das allseits verbreitete Streben nach "Schutz der Anderen" sehen. Primär schützt das Recht erstmal denjenigen, dem etwas Falsches vorgeworfen wird (Schaden). Wäre dem nicht so, wäre es ziemlich schlecht, denn dann könnte jeder ungestraft Unwahrheiten unter dem Mantel der "Meinungsfreiheit" verbreiten und man hätte keine Chance, auch nur im Geringsten dagegen vorzugehen. Das ginge dann von persönlichen Kleinkriegen bis hin zu enormen Wirtschaftskämpfen. Und deswegen finde ich diese hauptsächliche Ausrichtung des bestehenden Rechts schon mal nicht schlecht. Und als zweiter Faktor: Nicht jeder macht die gleichen Erfahrungen. Habe gerade auch so ein Problem, ein eBay Verkäufer mit 100% positiv (und das sind etliche) reagiert nicht auf Nachrichten wegen Mängeln an der gekauften Ware. Jetzt könnte man natürlich sofort reagieren, negativ beurteilen, schlecht bewerten, in Foren warnen - das ganze Programm. Und dabei ist er vielleicht nur krank, liegt im Krankenhaus, ist bei einer Messe oder macht einfach eine Woche Urlaub ... Wem hätte ich geholfen, wenn ich jetzt gleich über ihn herziehe? Sicherlich, vielleicht reagiert er ja, wenn kein objektiver Grund vorliegt, aber wenn doch, füge ich ihm mehr Schaden zu als nötig ist. Und das ist ein einzelner Mensch. Wenn es sich um große Firmen handelt, kann das schon schlimmer sein. Nur weil ein Mitarbeiter mal einen schlechten Tag hatte oder man an jemanden gerät, der am Morgen seine Kündigung wegen ewigem zu spät kommen erhalten hat - deswegen gleich die ganze Firma "verteufeln"? Wichtig ist deswegen eins: Fundierte, nachprüfbare Aussagen die auf objektiven Tatsachen beruhen ist das einzige was Sinn macht. Alles andere nützt niemanden, weder dem Kritisierten, noch irgendwelchen Dritten, die dadurch vielleicht das "Schnäppchen" ihres Lebens verpassen und keine negativen Erfahrungen gemacht hätten. Und natürlich, man kann ganz allgemein formulieren, nur solche Grundsätze wie "traue niemandem", "nichts gilt, was auch schriftlich festgehalten ist" mögen im Streitfall zwar stimmen, aber Streitfälle machen nur einen winzigen Teil der täglichen Kontakte zwischen Menschen aus - und dabei muss jeder immer sein Risiko tragen, mal ist es abschätzbar, mal nicht. Aber sich zum "Retter der Menschheit" zu erheben, mit ein paar klugen Sprüchen und nich nachvollziehbaren Kritiken - das sollte man eher den Politikern überlassen, die können das bekanntermaßen besser. Und jetzt nochmal zu ein paar Punkten deiner Frage: Zitat:
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Etwas anderes ist es beim Zivilrecht (das wäre dann der Schadensersatz). Hier kann jeder sofort einen Anwalt einschalten - auch wenn er erstmal selbst für die Kosten aufkommen muss - gerade deswegen gibt es auch die Kostenpflicht. Um eben zu verhindern, dass jeder gleich grundlos oder weil ihm die Nase des anderen nicht passt einen Anwalt auf ihn hetzt. Und dann wäre es Aufgabe des Anwalts, die Chancen zu prüfen. Ein ehrlicher seriöser Anwalt prüft das auch. Aber wie in jedem Beruf gibt es auch hier welche, die nur das schnelle Geld sehen. Und ob Chancen bestehen ode rnicht, der Anwalt bekommt in jedem Fall sein Geld. Und ist man dann ein betroffener udn bekommt irgendein Schreiben von irgendeinem Anwalt, kann amn sich überlegen was man tut. Man kann - gesunden Menschenverstand und grundlegende (Schul-)Kenntnisse des Rechts vorausgesetzt - meistens schon selbst die eigenen Chancen abwägen. Und wenn nicht, dann muss man eben selbst einen Anwalt konsultieren. Und wer die Kosten dann im Endeffekt übernimmt kommt darauf an, ob der andere im recht ist oder wie konsequent man ist oder ob man eher ein Feigling ist. Zitat:
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__________________ [SIZE="1"]Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.[/SIZE] |
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| Hallo aaky, ich möchte mich ganz herzlich bei Dir für Deine Mühe bedanken! Was Du geschrieben hast, hat nun einiges sehr viel klarer für mich gemacht und ich kann das gar nicht hoch genug einschätzen. Ich denke, so, wie man erst einen Blick für die Oberfläche und Bedienung eines komplexen Programmes entwickeln muss, so ist das mit den juristischen Sachverhalten auch. Als Laie schätzt man wohl manches anders ein, da einem der Bedeutungshintergrund fehlt. So, wie Du das erklärt hast, kann ich das auch als Nichtjurist(in) gut nachvollziehen. Ich danke Dir auch dafür, dass Du mir nicht gleich eins übergebügelt hast ;-) (wie das ja manchmal in anderen Foren der Fall ist). Einen lieben Gruß und noch einen schönen Sonntag schickt Pik24 |
| Tags: abmahnung, schmaehschrift, ueble nachrede |
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