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Strafrecht & Internet Was verboten ist und welche Strafen drohen...

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  #1 (permalink)  
Alt 08.09.2008, 16:35
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 08.09.2008
Beiträge: 4
Böse Seltsame Veränderung von Userdaten


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Jemand hat sich bei einem Onlineportal registrieren lassen, dessen Inhalt und Aufgabe es ist, über das Internet einen Kontakt zu Spezialisten ( Mediziner, Wirtschaftsexperten, Rechtsanwälte etc ) herzustellen. Man kann nach einem Registrierungsprozedere, bei dem Namen, Adresse, Geburtsdatum und Bankdaten abgefragt werden, über ein Formular eine Frage stellen. Diese Anfrage kostet einen relativ geringen Betrag unter 50 Euro, der durch Abbuchung vom Konto eingezogen werden soll. Gemäß der Ankündigung soll nun nach einer kurzen Bearbeitungszeit ( i.d.R. um 3 Tage ), eine Antwortmail vom Fachmann eintreffen.

Die Anmeldung geschieht über ein eigenes Formular. Das Formular kann mit den ausgefüllten Daten nicht gespeichert oder gedruckt werden. Es erfolgt keine Bestätigungsmail, in der die eingetragenen Daten noch einmal aufgeführt und bestätigt werden.

Man kann nun eine Sparte wählen, um seine Frage zu formulieren. Dieses erfolgt wieder über ein eigenes Formular. Nach Absenden erhält man eine Mail, in der der Text erscheint und der Hinweis auf die Weiterleitung an den zuständigen Spezialisten gegeben wird.

* * *
Man kann nun relativ leicht recherchieren, dass nun vermutlich gemäß eines vom Betreiber erdachten Prozedere vorgegangen wird:
AUSZUG
Zur Kontrolle des Systems wird vorgeschlagen, dass bei Nutzung dieser E-Mail Adresse automatisch Kopien der E-Mails, vorzugsweise des Nutzers und des E-Mail-Adresseninhabers, einer Zentralstelle zugeleitet werden. Die Zentralstelle ist somit über alle E-Mails zwischen den Systemnutzern und den angesteuerten Fachleuten informiert. Dies ermöglicht es, unerwünschte E-Mails zu eliminieren und fehlgeleitete E-Mails an die richtigen Fachleute weiterzuleiten. Außerdem wird hierdurch die Grundlage für eine Bezahlung der dem Nutzer zur Verfügung gestellten Information erschlossen. Dies ermöglicht es, den Fragenden mit Kosten zu belasten und den antwortenden Fachmann für seine Dienstleistung zu entlohnen.
Vorteilhaft ist es daher, wenn die Nutzung der E-Mail Adresse ein Inkassosystem auslöst. Durch vorherige Abfrage von Inkassodaten, Entbindung der Schweigepflicht etc., kann ein automatisches Inkassosystem, das Geld für die Beantwortung der dem Fachmann gestellten Fragen eintreiben und – gegebenenfalls ebenfalls automatisch – den Fachmann entlohnen.


Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen besagen, dass eine Einsicht Dritter in den Text der Fragesteller und der antwortenden Experten angeblich nicht möglich ist, eine Entbindung der Schweigepflicht ist nicht erwähnt oder wählbar.
AUSZUG
Da die Experten der gesetzlichen Schweigepflicht unterliegen, werden die Inhalte der Fragen und Antworten in keinem Fall an Dritte (auch nicht an das Team … oder des Betreibers …) weitergegeben. Das Team der … oder des … . kann weder die Inhalte der Fragen, noch die der Antworten einsehen. Sie kommunizieren also auf direktem Wege mit den Experten.

Zur Bezahlung wird in den AGB angegeben:
AUSZUG:
Die Schutzgebühr ist ausschließlich durch Vorleistung, derzeit im Lastschriftverfahren zu erbringen.

* * *

Als 5 Tage nach Fragestellung keine Antwort kam, wurde Kontakt mit dem Betreiber aufgenommen. Dieses wieder über ein Kontaktformular, welches nicht speicher- oder druckfähig war. Daraufhin kam am 6.Tag eine relativ allgemein gehaltene, doch sicherlich von einem Fachmann erstellte Antwort. Eine direkte Rückfrage war nicht möglich.

Das Konto war zu diesem Zeitpunkt noch nicht belastet worden. Auch eine Überprüfung des Kontos in der Folgezeit ließ keine Abbuchung durch den Betreiber erkennen.

Vier Wochen später traf ein Brief eines Anwalts ein, der sich als Rechtbeistand des Seitenbetreibers bezeichnete. Zufällig ist er mit der Inhaberin des Internetportals in enger familiärer Beziehung. Er gab in seinem Schreiben an, dass die angegebene Kontonummer falsch wäre. Dieses wäre strafbewehrt und hätte zur Folge – wenn nicht umgehend die ausstehende Summe zuzüglich seiner im Zusatzschreiben aufgeführten Anwaltskosten auf sein Konto begleichen würde – ohne weitere Ankündigung Strafanzeige erstattet werde.

Da bis zu diesem Zeitpunkt keine Veranlassung war, das persönliches Profil dieses Accounts aufzurufen, war es ein Schock, dass alle Angaben, auch die Bankleitzahl, richtig, jedoch die angegebene Kontonummer tatsächlich definitiv falsch waren. Dabei handelte es sich nicht einmal um einen Zahlendreher, die Nummer war komplett anders.

Eine Überprüfung der Eingaben durch die Autoausfüllfunktion des Browsers und durch den Fensterausdruck, der bei der Anmeldung angefertigt worden war, ergab, dass auf dem Ausdruck die richtige Kontonummer stand. Die Browserfunktion kannte die angeblich falsch eingegebene andere Nummer gar nicht. Eine solche Ziffernfolge existiert nirgendwo auf dem Rechner.

* * *

Die ausstehende Summe wurde sofort überwiesen, nicht jedoch die Anwaltskosten. Auch wurde das Profil nicht nachträglich verändert, sodass noch immer die falsche Kontonummer eingetragen ist.

Es gibt durchaus gute Erfahrungen bei einem anderen Expertenportal, welches sogar für kurze Anfragen und Tipps weiter empfohlen werden kann. Man möchte nun Böses denken.

Meine Frage ist nun:


- Welche weitere Vorgehensweise ist nun anzuraten?
- Hat schon einmal jemand einen solchen Vorgang selbst erlebt oder davon gehört?

Geändert von Korinthe (08.09.2008 um 16:42 Uhr).
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  #2 (permalink)  
Alt 08.09.2008, 16:47
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.03.2007
Beiträge: 8.490
Standard AW: Seltsame Veränderung von Userdaten

Zitat:
Welche weitere Vorgehensweise ist nun anzuraten?
Ein Anwalt aufsuchen. Das alles klingt mir nach einer sehr seltsamen Masche.
Meiner Meinung nach sind die Anwaltskosten nicht gerechtfertigt, da keine Mahnung erfolgte, somit auch kein Verzug. Und das die falsche Numemr eingegeben wurde, muss die Gegenseite erstmal nachweisen (das hätte ich zum beispiel als Widerspruch geschrieben).
Kurz: Entweder man kennt sich im Recht aus und wieß, wie man vorgehen sollte, oder man sucht eoinen Anwalt auf, der das Ganze professionell händelt.
__________________
[SIZE="1"]Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.[/SIZE]
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  #3 (permalink)  
Alt 10.09.2008, 12:07
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 08.09.2008
Beiträge: 4
Standard AW: Seltsame Veränderung von Userdaten

Ja, ein Anwalt ist beauftragt. Auch er meint, dass hier etwas oberfaul ist und nach einer Masche aussieht.

*

Was ich aber darüber hinaus sehr interessant finde, ist die Sache mit der Datenübertragung. Wie könnte in diesem komplexen System mit so vielen automatisierten Funktionen ( wie sie es ja selbst vorgestellt haben ) sichergestellt sein, dass außer Fragesteller und Experte niemand sonst den Inhalt des Schriftverkehrs einsehen kann? Und - die selbst angedachte Aufhebung der Schweigepflicht ist auch nicht erwähnt in den AGBs.
Weiter: Abgesehen von der ominösen Kontonummer, hat nicht jeder, der in größerem Umfang mit administrativen Befugnissen ausgestattet ist die Möglichkeit, bei Bedarf in diesem besonderen System Einsicht in Alles zu nehmen?

Wer kennt sich damit aus?

Viele Grüße von
Korinthe
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  #4 (permalink)  
Alt 10.09.2008, 13:33
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.03.2007
Beiträge: 8.490
Standard AW: Seltsame Veränderung von Userdaten

Zitat:
Wie könnte in diesem komplexen System mit so vielen automatisierten Funktionen ( wie sie es ja selbst vorgestellt haben ) sichergestellt sein, dass außer Fragesteller und Experte niemand sonst den Inhalt des Schriftverkehrs einsehen kann?
Das sollte eigentlich auf jeder Webseite so sein. Technisch machbar ist das schon (Verschlüsselung, geschützte Datenbanken ...)
Abgesehen davon: Warum gibt jemand irgendwo Daten an, wenn er Zweifel daran hat?
Zitat:
Abgesehen von der ominösen Kontonummer, hat nicht jeder, der in größerem Umfang mit administrativen Befugnissen ausgestattet ist die Möglichkeit, bei Bedarf in diesem besonderen System Einsicht in Alles zu nehmen?
Sicherlich, wenn man die Rechte hat, kann man alles sehen. Doch dafür gibt es Datenschutzregelungen, die einzuhalten sind und die in Unternehmen/Webseiten bekannt sein müssen. Verstöße dagegen kann empfindliche Strafen auslösen.
Aber auch hier die Problematik: Normalerweise vergewissert man sich zum Thema Datenschutz der Seite BEVOR man irgendwelche Daten eingibt.
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  #5 (permalink)  
Alt 11.09.2008, 19:28
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Registriert seit: 08.09.2008
Beiträge: 4
Standard AW: Seltsame Veränderung von Userdaten

Natürlich - hinterher ist man immer ein wenig schlauer und da nützt es eigentlich nicht so viel, wenn man rät VORHER etwas zu tun ( was ja durchaus richtig ist ). :roll:

Tatsache ist, man ist sauer, auch weil die Seite und die vorgestellten Mitwirkenden ausgesprochen seriös aussehen.

Stand der Dinge: Der Fehler wurde durch unsaubere Programmierung der Internetseite / Datenbank ausgelöst. Die Kontonummer war zwar richtig eingegeben worden, wurde aber im internen Prozess durch eine andere getauscht ( obere Begrenzung einer Variablen ). Nun besteht die Seite schon seit 2005, und es ist unwahrscheinlich dass erst jetzt der Fehler auftritt. Man vermutet nun, dass der Betreiber / Anwalt, sich diesen Fehler zu Nutze macht, um schnell ein paar Euro nebenher zu kassieren. Notfalls sagt er: Sorry, hab ich nicht gewußt....

Ich würde ihn trotzdem gerne überführen, weiß nur nicht wie. Vermutlich geht das nur über den Verbraucherschutz...
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