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Sonstiges zum Onlinerecht Hier kann über alles diskutiert werden, wofür es keine extra Kategorie gibt.

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  #1 (permalink)  
Alt 10.10.2008, 14:02
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 10.10.2008
Beiträge: 13
Standard Onlinerecht in der Schule


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Hallo!
Ich unterrichte an einer Hauptschule, dieses Jahr erstmals ITG. Dabei sollte ich auch auf Themen wie "Sicherheit im Internet" und rechtliche Hintergründe bezüglich Bilder im Internet, Videos, Musikdateien etc. eingehen. Irgendwie tue ich mich aber bei der Vorbereitung dieser Stunden unheimlich schwer. Ich kann nicht mal wirklich sagen an was das liegt. Ich habe das Gefühl mein Wissen bezüglich Onlinerecht ist absolut unstrukturiert und nur so wachsweich. Deshalb meine Frage an euch:
Was haltet ihr im Rahmen der oben genannten Themen für so wichtig, dass es in einen ITG-Unterricht unbedingt rein muss?

Gruß, Starbuck
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  #2 (permalink)  
Alt 10.10.2008, 16:27
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.03.2007
Beiträge: 8.489
Standard AW: Onlinerecht in der Schule

Zitat:
Ich habe das Gefühl mein Wissen bezüglich Onlinerecht ist absolut unstrukturiert und nur so wachsweich.
Bitte nimm es nicht persönlich, aber das betrachte ich als eine schlechte Voraussetzung, Kids etwas beibringen zu können.
Das Problem wird dann wahrscheinlich sein, das die Kids mehr Ahnung von Urheberrecht haben (zumindest wie man es umgehen kann) als der Unterichtende ...

Aber davon abgesehen:
Die Themen, die ich persönlich als wichtig ansehen würde, wären
- Datenschutz (welche Daten kann und soll man wo angeben, wie schützt man seine Daten, Bezahlung im Internet, Phishing ...)
- Vertragsrecht (insbesondere Regelungen zum Fernabsatz, Verträge Minbderjähriger, Widerrufsrechte)
- Urheberrecht (Was sind Werke, was darf man ...)
- Markenrecht (Was ist eine Marke, wie entsteht der Schutz, was darf man mit geschützten Begriffen ...)
- Strafrecht (besonders die Bereiche, die mit dem Internet zu tun haben wie z.B. Ausspähen von Daten, Falschangaben, Nachstellen, Belästigung ...)

Wie tiefgründig und wie umfassend kommt wohl darauf an, wieviel Zeit man hat. Um das alles zu lernen kann man jahrelang studieren.

Ich weiß nicht wie das bei euch läuft, aber ich persönlich würde versuchen, wenn ich nicht allzuviel Ahnung davon habe, zu jedem Bereich (kommt auch darauf an, wieviel Zeit man hat) jemanden aus der Praxis einzuladen, der Ahnung von den Bereich hat und da tätig ist (Anwälte, Mitarbeiter von Ämtern, ...). Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man da welche findet
Macht auch viel mehr Eindruck, wenn ein Anwalt vor den Kids steht, der über seine Fälle berichtet und damit Wissen rüber bringt, als wenn jemand das Gesetz vorliest.
__________________
[SIZE="1"]Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.[/SIZE]
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  #3 (permalink)  
Alt 10.10.2008, 16:42
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 12.02.2007
Beiträge: 379
Standard AW: Onlinerecht in der Schule

Als erstens einmal,,, als Lehrer haben Sie von Innenministerium eine ganz große Palette von Info´s zur Hand.

Es ist wirklich schwer damit anzufangen als Anfänger
es Fängt damit an Urheberrecht, was ist dass?

wie geht man damit um,
Beispiel fangen Sie an mit Texten im Netz, was ist höhere Schaffungshöhe.

alleine das Copieren und verwenden von Hausaufgaben Lösungen im Netz )
und die folgen wenn man erwischt wird.
das Rechtliche was dann damit geschied ( schlechte Noten )
nur als Beispiel

so können Sie mit Bildern und und Thema für Thema aufarbeiten.


[SIZE="1"]komm mir vor wie ein Lehrer [/SIZE]
Zitat:
Zitat von Starbuck71 Beitrag anzeigen
Hallo!
Ich unterrichte an einer Hauptschule, dieses Jahr erstmals ITG. Dabei sollte ich auch auf Themen wie "Sicherheit im Internet" und rechtliche Hintergründe bezüglich Bilder im Internet, Videos, Musikdateien etc. eingehen. Irgendwie tue ich mich aber bei der Vorbereitung dieser Stunden unheimlich schwer. Ich kann nicht mal wirklich sagen an was das liegt. Ich habe das Gefühl mein Wissen bezüglich Onlinerecht ist absolut unstrukturiert und nur so wachsweich. Deshalb meine Frage an euch:
Was haltet ihr im Rahmen der oben genannten Themen für so wichtig, dass es in einen ITG-Unterricht unbedingt rein muss?

Gruß, Starbuck
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  #4 (permalink)  
Alt 10.10.2008, 20:00
Super-Moderator
 
Registriert seit: 07.03.2007
Ort: Hessen, DA
Beiträge: 2.241
Standard AW: Onlinerecht in der Schule

@aaky, ist aber nix neues... an der Uni kommt das auch vor, dass ein Prof dir was beibringen will, aber eigentlich selbst nicht wirklich den Durchblick hat. Erlebe ich und auch Freunde von mir, in jedem Semester aufs Neue.

@Starbuck

Also wie man einen Unterricht aufbaut oder gestaltet, kann ich jetzt nicht sagen, dass ist wohl zu individuell. Aber jede Rechtsmaterie einzeln zu diskutieren bzw. über Dinge wie Schöpfungshöhe, ginge m.E. auch zu weit. Wichtig wäre es im Grunde über oft anfallende Probleme von Jugendlichen im Netz zu sprechen. Auch wie Tauschbörsen funktionieren und wo dabei die rechtlichen Probleme liegen. Dann kommt man zwangsläufig zu den passenden Rechtsgrundlagen auf die man genauer eingehen kann.
Auch wichtig ist meiner Ansicht der Punkt des Persönlichkeitsrechts, hierbei besonders das Recht am eigenen Bild. So haben Jugendliche oft keine Ahnung davon, dass man Bilder anderer nicht einfach so online stellen darf, sich ggf. strafbar macht.
Da wäre man auch gleich beim Datenschutz. Hier ist es aus meiner Sicht natürlich wichtig eher darüber zu lehren, wie man mit seinen eigenen Daten im Internet umgehen sollte. Also nicht gleich alles in die Web-Welt hinauszuposaunen, wie es auf MySpace oder in VZs gerne getan wird. Anschaulich wird dies besonders dann, wenn man entsprechende Folgen von allzu großzügigen Angaben von persönlichen Daten darlegt und natürlich auch wie man sich vor rechtswidrigen Erhebungen schützen kann.

Letzteres natürlich Markenrecht. Auch hier sehe ich weniger einen Sinn darin es groß von A bis Z im Detail zu lehren. Eher wie man mit Marken im Netz umzugehen hat. Sprich wann darf ich Marken verwenden und wann nicht. Vielleicht noch was der Sinn und Zweck selbiger ist.


Was es da für Material gibt seitens der Schulämter, kann ich jetzt selbst nicht sagen, von einer Freundin die aber Lehramt studiert und selbiges Thema auch schon einmal behandeln wollte, weiß ich nur das es nicht immer sehr viel brauchbares (bzw. eher aktuelles) gibt.
Wenn dies der Fall ist, würde sich vielleicht auch ein örtlicher Anwalt (oder Justiziar des Schulamts) anbieten, der zusammen mit dem jeweiligen Lehrer den Unterricht gestaltet, gewiss auch unentgeltlich.... oder mal bei Fachbereichen von Unis nachfragen, da finden sich evtl. Studenten oder Projektgruppen. Neben dem bekannten Jura-Studenten, bieten sich auch Wirtschafts- oder Informationsjuristen an, die beschäftigen sich auch mit Urheberrecht und Co., letztere fast primär.
__________________
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  #5 (permalink)  
Alt 10.10.2008, 20:15
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 10.10.2008
Beiträge: 13
Standard AW: Onlinerecht in der Schule

Hallo!
Ich sagte unstrukturiert und wachsweich. Das heißt nicht, dass ich gar nichts darüber weiß vielleicht nicht genug, aber deshalb frage ich ja.

Ich hab einfach das Problem aus meinem Wissen das rauszupicken was für die Kinder sinnvoll und wichtig zu wissen ist. Es sind Hauptschüler, denen bringt es nichts wenn ich ihnen Gesetzestexte vorlege. Vielleicht schindet es Eindruck wenn ein Rechtsanwat kommt, wenn er es gut macht nehmen die Kinder bestimmt auch was mit. Aber da fängt es dann schon wieder an, dass die Zeit fehlt. Ich habe ein halbes Jahr pro Klasse und der Bildungsplan ist vollgestopft. Ich hab nicht mal für jedes Kind einen Computer, manche arbeiten zusammen an einem PC. Für Expertenbesuche bleibt da leider kaum Zeit (obwohl ich den Gedanken sehr gut finde).

Für das Recherchieren nach Informationen habe ich den Kindern jetzt beigebracht, dass sie nie wortwörtlich abschreiben dürfen, sondern immer aus mehreren Quellen Infos holen und selbst formulieren. Dazu immer die Quellenangabe. Auf diese Infos habe ich es heruntergebrochen. Für mehr ist leider keine Zeit.

Bei Musikdateien habe ich geplant ihnen iTunes, Musicload etc. vorzustellen und eben darauf hinzuweisen, dass emule und Kazaa illegal ist. Die meisten Schüler werden mich da aber schon entgeistert angucken, denn die meisten kennen weder noch und die wenigen anderen die meinen sie sind gescheiter als ich und wären dem allem überlegen. Also brauche ich auch hier einige Regeln, die ich ihnen geben kann.

Was Youtube und ähnliche Seiten angeht bin ich ganz ratlos. Ich gebe zu, da weiß ich wirklich wenig. Es ist mir schon klar, dass da einige Videos nicht legal sind, aber wo ist die Grenze, wie kann ich das überprüfen? Oder ist das alles illegal?

Und dann ist es ja noch ein Unterschied was die Kinder zuhause machen und was sie in der Schule machen. Ist es zum Beispiel ok wenn ein Youtube-Video im Rahmen eines Referates in der Schule miteingebunden wird? Darf man da auch Bilder aus dem Internet dafür verwenden ohne vorher gefragt zu haben? Gilt das auch noch wenn eine andere Klasse zuhört? Wenn die ganze Schule zuhört? Wenn Eltern mit zu hören dürfen?

Welche Umgangsregeln gebe ich meinen Schülern mit? Ich finde es echt schwierig.

Liebe Grüße, Starbuck

Edit: @Styx: Danke für deinen Beitrag, das bringt schon mal etwas Struktur in das Chaos in meinem Kopf.

Geändert von Starbuck71 (10.10.2008 um 20:19 Uhr).
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