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ubee 12.11.2008 23:11

Musik von Freunden geschickt
 
Ist es legal wenn man Musik via Internet von Freunden geschickt bekommt und sie auf dem PC lässt?

aaky 12.11.2008 23:24

AW: Musik von Freunden geschickt
 
Kommt darauf an, ob die Freunde gegen Urhebrrecht verstoßen haben oder nicht.

ubee 13.11.2008 16:42

AW: Musik von Freunden geschickt
 
Man kann sich ja nicht sicher sein! Was wäre denn ein Verstoß? Ist es verboten von einer gekauften CD ein Lied zu schicken? Kann mir jemand einen Rat geben?

snaker 13.11.2008 17:21

AW: Musik von Freunden geschickt
 
Die Frage ist interessant, schliesslich passiert sowas tagtäglich Millionen Mal auf der Welt. Im Endeffekt ist es aber auch nicht mehr als Filesharing, wenn auch im kleinst möglichem Kreise.

Zunächst musst du dich aber fragen: was wird hier von A nach B kopiert? Ist die Musik lizenzrechtlich geschützt, oder ist es vielleicht eine Band, die ihre Stücke selber über das Inet vertreibt und eine solche Kopie begrüsst (bzw. vlt sogar erwünscht).
Dann: wie kam der ursprüngliche Kopierer an das MP3-Stück? Hat er es von einer schreibgeschützten CD kopiert (das wäre illegal, aber es steht ja nirgendwo in der MP3-Datei) oder von einem [B]nicht[/B]-schreibgeschützten Datenträger (die Band "Die Ärzte" wirbt z. B. damit, dass man ihre Songs legal auf den (eigenen) Rechner kopieren darf und ihre CDs ohne Kopierschutz verkauft werden).
Wurde die Datei aus dem Internet gekauft (legal also) und wenn ja mit oder ohne DRM. Oder hat vlt. jemand ein Youtube-Video einfach in MP3-Format gerippt. Oder wurde es von einem Webradio aufgenommen?

Wie will man all das im Nachhinein nachvollziehen können? Im Endeffekt ist es deswegen schwer zu sagen, ob eine MP3 legal oder illegal auf einem Rechner ist. Wie will man das schon beweisen? Ok, dumm wäre es natürlich, wenn noch die Groups in den ID3-Tags drin stehen (ripped by Group XYZ oder visit XYZ-Tracker for more files) ...
Aber eine .mp3-Datei, ohne irgendwelche Metainformationen oder Tags ... da kann dir keiner was.

Habe auch noch nie gehört, dass ne Festplatte beschlagnahmt wurde und dann für jede MP3-Datei kassiert wurde. Wenn dann nur für die, bei denen man auch nen Beweis für eine widerrechtliche Beschaffung in irgendeiner Form hat (ist ja i. d. R. nicht so bei Messengern, ausser eure Leitung wird explizit von der Polizei abgehört).

Genauso verhält es sich meiner Meinung nach bei einer Verkehrskontrolle. Ich habe mal gehört, dass die Polizei da nach gebrannten CDs schauen soll und da sind bei mir die Gerüchte-Alarmglocken angegangen:
Eine gebrannte CD ist genausowenig ein Beweis für eine Straftat, wie ein installiertes Filesharingprogramm.
Woher will jemand wissen, dass die Tracks auf der CD nicht legal gekauft/besorgt wurden? Das Recht zu Brennen kauft man ja auf jeden Fall mit und beim Brennen gehen sowieso alle Sonderinformationen (mit Ausnahme des Autotextes, sofern vorhanden) verloren.

Meiner Meinung nach, eine knifflige Sache, aber um es kurz zu machen: um dir etwas anzuhängen, muss man dir schon beweisen, dass du die Datei widerrechtlich beschafft hast!

Das ist meine (unjuristische) Meinung dazu ...

aaky 13.11.2008 18:40

AW: Musik von Freunden geschickt
 
Ein paar kleine (ungeordnete) Anmerkungen[QUOTE]Dann: wie kam der ursprüngliche Kopierer an das MP3-Stück? ... Woher will jemand wissen, dass die Tracks auf der CD nicht legal gekauft/besorgt wurden? Das Recht zu Brennen kauft man ja auf jeden Fall mit und beim Brennen gehen sowieso alle Sonderinformationen (mit Ausnahme des Autotextes, sofern vorhanden) verloren.[/QUOTE]Es gibt durchaus schon Dateien mit "digitalen Signaturen" - Bytefolgen innerhalb der Datei, die einmalig und bewusst eingefügt wurden - sowas hört man nicht (auch bei bester CD Qualität nicht). Und anhand dieser Signaturen kann man durchaus Dateien verfolgen - es gibt Gerüchte, dass solche Dateien sogar absichtlich in Tauschbörsen eingestellt wurden ... Man kann also durchaus Dateien wiedererkennen[QUOTE]Habe auch noch nie gehört, dass ne Festplatte beschlagnahmt wurde und dann für jede MP3-Datei kassiert wurde. Wenn dann nur für die, bei denen man auch nen Beweis für eine widerrechtliche Beschaffung in irgendeiner Form hat [/QUOTE]Genau, und dafür reicht eigentlich das Log einer Tauschbörse. Oder anderer Kommunikation. Wer sagt denn, dass der Kumpel aus dem Chat nicht auch einer ist, der genau sowas "provoziert". Bei Unbekannten wäre ich da sehr vorsichtig. Und dass es schon Hausdurchsuchungen wegen sowas gab kannst du hier im Forum oft genug finden ;)[QUOTE]Genauso verhält es sich meiner Meinung nach bei einer Verkehrskontrolle. Ich habe mal gehört, dass die Polizei da nach gebrannten CDs schauen soll und da sind bei mir die Gerüchte-Alarmglocken angegangen[/QUOTE]Da wären bei mir nicht nur Alarmglocken angegangen, da hätte ich einen Lachkrampf bekommen :) Denn: Urheberrecht ist Antragsrecht. Heißt, dass nur der Urheber (oder eoin Beauftragter) die Verfolgung einer solchen Straftat anstossen könnte. Und wenn die Polizei das machen sollte, müsste ja ein Urheber, der glaubt geschädigt worden zu sein, entsprechend die Polizei beauftragt haben - wie soll das gehen? Kurz: Im Urheberrecht kann weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig werden - sie müssen immer von einem Berechtigten beauftragt werden, was einen konkreten Fall oder Verdacht voraussetzt. Wenn ich ein Werk erstelle kann ich nicht einfach auf Verdacht zur Polizei rennen und sagen: Schaut euch mal um, ob vielleicht irgendjemand das Werk kopiert hat. Das wäre absoluter Schwachsinn. Somit ist es auch das Gerücht.

Womit wir eigentlich beim Kernpunkt wären: Solange jemand sowas für sich selbst verwendet, ist es eher unproblematisch. Denn: Woher soll der Urheber davon Wind bekommen. Problematischer ist: Wie ist die Kopie erstellt wurden - und was passiert nach der Weitergabe. Meine persönliche Meinung: Solange es im engsten privaten Kreis bleibt (jemand kopiert zum beispiel eine gekaufte CD - was ja prinzipiell möglich ist) und gibt die Datei seinem Kumpel wird kaum was passieren, ist es aber eine Datei, die derjenige irgendwo widerrechtlich besorgt hat und man ist so dumm, und verwendet irgendwelche Tauschbörsen, dann kann es schon sehr schnell sehr krtitisch werden.
Oder man ist so dumm, und stellt die Datei im Internet zur Verfügung. Da reicht es schon, wenn man Bearshare & Co. auf dem Rechner hat ...

Deshalb sollte man, wenn man solche Dateien bekommt auch hinterfragen, wo die her kommen. Und bei fragwürdigen Antworten das Angebot dankend ablehnen ;)

snaker 13.11.2008 19:52

AW: Musik von Freunden geschickt
 
[QUOTE=aaky;21958]Ein paar kleine (ungeordnete) AnmerkungenEs gibt durchaus schon Dateien mit "digitalen Signaturen" - Bytefolgen innerhalb der Datei, die einmalig und bewusst eingefügt wurden - sowas hört man nicht (auch bei bester CD Qualität nicht). Und anhand dieser Signaturen kann man durchaus Dateien verfolgen - es gibt Gerüchte, dass solche Dateien sogar absichtlich in Tauschbörsen eingestellt wurden ... Man kann also durchaus Dateien wiedererkennen[/QUOTE]

Ja, was alles möglich wäre und was gemacht WIRD sind aber 2 Sachen. Ich hab noch nie von digitalen Signaturen in Audio-CDs gehört, die nach dem rippen erhalten bleiben ...


[QUOTE=aaky;21958]Genau, und dafür reicht eigentlich das Log einer Tauschbörse. Oder anderer Kommunikation. Wer sagt denn, dass der Kumpel aus dem Chat nicht auch einer ist, der genau sowas "provoziert". Bei Unbekannten wäre ich da sehr vorsichtig. Und dass es schon Hausdurchsuchungen wegen sowas gab kannst du hier im Forum oft genug finden[/QUOTE]

Ja klar, wir reden von "Freuden", also jemand den ich kenn, der mich kennt und nicht irgendein dubioser "Kumpel" den ich im Inet kennengelernt habe ;) Also so hab ich das jetzt interpretiert. Mit schicken mein ich: per Messenger (ICQ, Skype etc) oder Mail oder anderen Datentransfertools Daten übertragen zu bekommen.


[QUOTE=aaky;21958]Da wären bei mir nicht nur Alarmglocken angegangen, da hätte ich einen Lachkrampf bekommen Denn: Urheberrecht ist Antragsrecht. Heißt, dass nur der Urheber (oder eoin Beauftragter) die Verfolgung einer solchen Straftat anstossen könnte. Und wenn die Polizei das machen sollte, müsste ja ein Urheber, der glaubt geschädigt worden zu sein, entsprechend die Polizei beauftragt haben - wie soll das gehen? Kurz: Im Urheberrecht kann weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig werden - sie müssen immer von einem Berechtigten beauftragt werden, was einen konkreten Fall oder Verdacht voraussetzt. Wenn ich ein Werk erstelle kann ich nicht einfach auf Verdacht zur Polizei rennen und sagen: Schaut euch mal um, ob vielleicht irgendjemand das Werk kopiert hat. Das wäre absoluter Schwachsinn. Somit ist es auch das Gerücht.

Womit wir eigentlich beim Kernpunkt wären: Solange jemand sowas für sich selbst verwendet, ist es eher unproblematisch. Denn: Woher soll der Urheber davon Wind bekommen. Problematischer ist: Wie ist die Kopie erstellt wurden - und was passiert nach der Weitergabe. Meine persönliche Meinung: Solange es im engsten privaten Kreis bleibt (jemand kopiert zum beispiel eine gekaufte CD - was ja prinzipiell möglich ist) und gibt die Datei seinem Kumpel wird kaum was passieren, ist es aber eine Datei, die derjenige irgendwo widerrechtlich besorgt hat und man ist so dumm, und verwendet irgendwelche Tauschbörsen, dann kann es schon sehr schnell sehr krtitisch werden.
Oder man ist so dumm, und stellt die Datei im Internet zur Verfügung. Da reicht es schon, wenn man Bearshare & Co. auf dem Rechner hat ...

Deshalb sollte man, wenn man solche Dateien bekommt auch hinterfragen, wo die her kommen. Und bei fragwürdigen Antworten das Angebot dankend ablehnen[/QUOTE]

Keine Frage: jede Nutzung von Tauschbörsen aller Art bergen die Gefahr, dass man da überwacht wird und man Post bekommt.

Wie gesagt, ich gehe jetzt davon aus, dass User A von User B eine oder mehrere .mp3-Dateien per ICQ oder sonstwas geschickt bekommt. Diese Dienste werden ja im Gegensatz zu den Filesharingtools nicht überwacht (im Normalfall, bei manchen Mailanbietern wär ich mir da gar nicht sooo sicher)

Besorgt jetzt allerdings User A aus einem Filesharingnetzwerk ein Album und sendet es User B, kann das User B auch ersteinmal egal sein, solange die .mp3s sauber sind ... (wie bereits oben geschrieben). Oder etwa nicht?

aaky 13.11.2008 21:41

AW: Musik von Freunden geschickt
 
[QUOTE]Ja, was alles möglich wäre und was gemacht WIRD sind aber 2 Sachen. Ich hab noch nie von digitalen Signaturen in Audio-CDs gehört, die nach dem rippen erhalten bleiben ...
[/QUOTE]Ich mein ja auch Dateien, die der Freund sonstwoher geholt hat. Wird man (aus welchem Grund auch immer) mit solchen Dateien erwischt müsste man nachweisen, dass man die rechtmäßig besitzt. Und das dürfte schwer werden, denn ein "ich dachte das passt alles" gibt es in dem Zusammenhang nicht.[QUOTE]Wie gesagt, ich gehe jetzt davon aus, dass User A von User B eine oder mehrere .mp3-Dateien per ICQ oder sonstwas geschickt bekommt. Diese Dienste werden ja im Gegensatz zu den Filesharingtools nicht überwacht (im Normalfall, bei manchen Mailanbietern wär ich mir da gar nicht sooo sicher)[/QUOTE]War da nicht irgendwas, dass Diensteanbieter verpflichtet sind, auch private Kommunikation zu speichern? Ich wäre mir da nicht sicher.[QUOTE]Besorgt jetzt allerdings User A aus einem Filesharingnetzwerk ein Album und sendet es User B, kann das User B auch ersteinmal egal sein, solange die .mp3s sauber sind ... (wie bereits oben geschrieben). Oder etwa nicht? [/QUOTE]Eben nicht. Sind die Dateien "nicht sauber" kann auch B Probleme bekommen, denn er muss nachweisen, dass er "berechtigt" ist, diese Dateien zu besitzen. Wenn der Urheber also behauptet, B habe die Dateien rechtsiwdrig und verstoße gegen Urheberrecht ist es an B zu beweisen, dass alles ordnungsgemäß ist. Er kann dann zwar sagen, er habe die von A, allerdings befreit ihn das nicht von einer möglichen Strafe. Und genau das ist meiner Meinung nach die Gefahr.

snaker 14.11.2008 00:19

AW: Musik von Freunden geschickt
 
Du redest von so etwas wie markierten Musikstücken, ähnlichen markierten Geldscheinen, welche unter die Filesharer gemischt werden um ihnen nachträglich diesen Stempel unter die Nase zu reiben. Ok gut, so etwas kann ich mir auch durchaus vorstellen, allerdings hab ich bisher auf heise etc. noch keinen bekannten Fall gehört, der das bestätigen würde. Mal erkundigen ... Wenns sowas gibt, gibts sicher auch Tools die das beseitigen ^^

Ich glaub auf jeden Fall, jeder Kontakt der Messenger geht über die Server des jweiligen Dienstes ... Bei ICQ kann man immerhin verschlüsseln, zumindest mit Miranda. Bei Skype is ja schon bekannt, dass die zumindest in China die Gespräche aktiv mithören/lesen und zensieren usw usf...
[url]http://www.heise.de/newsticker/Skype-raeumt-Zensur-und-Verstoesse-gegen-Privatsphaere-in-China-ein--/meldung/116885[/url]
Beim Emails wäre es rein theoretisch auch recht Easy Auswertungen zu fahren ...

Wie gesagt, diese "unsauberen" Dateien sind, sollten sie existieren, noch eher die Minderheit. Die grössten Fänge werden wohl immer noch beim Massenfilesharing über die Up- und Downloads gemacht ;) Jedoch muss man sich natürlich im Klaren sein, dass das eine wie das Andere eine Straftat darstellt ...

aaky 14.11.2008 09:06

AW: Musik von Freunden geschickt
 
[QUOTE]Du redest von so etwas wie markierten Musikstücken, ähnlichen markierten Geldscheinen, welche unter die Filesharer gemischt werden um ihnen nachträglich diesen Stempel unter die Nase zu reiben. Ok gut, so etwas kann ich mir auch durchaus vorstellen, allerdings hab ich bisher auf heise etc. noch keinen bekannten Fall gehört, der das bestätigen würde. Mal erkundigen ... Wenns sowas gibt, gibts sicher auch Tools die das beseitigen ^^
[/QUOTE]Genau davon. Allerdings glaube ich nicht, dass die unter die Nase gerieben werden, eher als so eine Art "Tracking" und "Überwachung" des Verlaufs / Nutzung von Tauschbörsen.
Und Tools dagegen kann ich mir kaum vorstellen, da dies sehr individuell machbar ist.
Und dass man davon nichts hört, könnte zwei Ursachen haben:
- Sowas gibt es nicht. Da das technisch aber sehr einfach ist und relativ einfach zu prüfen würde mich das wundern
- Es ist kein "Beweis" sondern eher eine Art der Überwachung. Und nicht immer kommt es raus, wie bei der T ;)[QUOTE]Die grössten Fänge werden wohl immer noch beim Massenfilesharing über die Up- und Downloads gemacht [/QUOTE]Genau darum geht es ja - und die Dateien wären ja nur ein "Tool" ;)


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