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Die Forscher des Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnologie haben eine 124-Seiten starke Studie mit dem Titel „Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen“ (PDF) veröffentlicht. Sieben der wichtigsten Social Networks wurden dabei untersucht: MySpace, Facebook, studiVZ, wer-kennt-wen, Lokalisten, XING und LinkedIn. Mit Hilfe des so genannten Black-Box-Test, bei dem ein typischer Internetnutzer nachgebildet wird, ging es dem Fraunhofer-Institut um die Überprüfung von Sicherheitsmaßnahmen und Schutzmechanismen der Web 2.0 – Anwendungen.
Im Ergebnis stellt die Studie den Plattformen kein gutes Zeugnis aus. So heißt es zusammenfassend: „Von den getesteten Plattformen konnte keine vollständig überzeugen. Vielfach ist sogar von der Nutzung bestimmter Dienstfunktionen abzuraten“. Und weiter: „Unter den Privatplattformen erhielt facebook die meisten guten Bewertungsergebnisse, wenngleich selbst diese Plattformen erhebliche Schwächen offenbarte. Die Dienste myspace, studiVZ und wer-kennt-wen erreichten mit ihren Bewertungen ein Mittelfeld. Den positiven Bewertungen standen hier verschiedene Mängel wie Lücken in der Zugriffskontrolle, Eigenheiten bei der Nutzerführung oder fehlende Verschlüsselung gegenüber“.
Insgesamt listen die Forscher neun typische Mängel bei Web 2.0-Anwendungen auf. Dazu gehören beispielsweise zu umfangreiche Pflichtdaten bei der Anmeldung, kein Unterstützen von Pseudonymen, fehlendes oder unzureichendes Verschlüsseln des Kommunikationskanals zum Plattform-Server oder auch ein unvollständiges Löschen privater Daten nach dem Abmelden an der Plattform. In einer anschaulichen Pro / Contra – Liste wurden die positiven Merkmale und die jeweiligen Mängel der Plattformen ebenfalls nochmals grafisch aufgearbeitet.
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Fazit:
Viel zu tun für die Macher von Web 2.0 – Anwendungen. Die Belange des Datenschutzes sollten allerdings nicht unterschätzt werden. Gerade soziale Netzwerke bauen in erster Linie auf dem Vertrauen der Nutzer auf. Um Datenskandale zu verhindern, braucht es hier mehr Datenschutz-Vorbilder. Gerade die überprüften Anwendungen könnten mit einer konsequenten Stärkung des Datenschutzes solche werden. Wo die jeweiligen Mängel liegen, zeigt die Studie des Fraunhofer-Instituts sehr deutlich.
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Datenschutz: Rechtsanwalt Sören Siebert
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