Es klingt wie ein schlechter SciFi-Film: Da besitzt der große, mächtige Mann die Möglichkeit, sich das Geld seiner Untertanen ohne deren Erlaubnis zu holen. Was bisher als irreal galt, könnte nun bald schon Realität werden: Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, wurde der Redaktion eine Daten-CD mit Kontodaten von 21 Millionen Deutschen zum Kauf angeboten – für 12.000.000 Euro.
Als „Geschmacksprobe“ war dem Angebot gleich eine CD mit 1,2 Millionen Daten beigelegt, die neben Angaben zu Person, Geburtsdatum und teilweise detaillierten Vermögensangaben allesamt die Kontonummer und Bankleitzahl enthalten – selbstverständlich, ohne dass die Kunden ihre Einzugsermächtigung erteilt haben. Zwischenzeitlich haben die Verantwortlichen der „Wirtschaftswoche“ das Angebot an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Ersten Ermittlungen zufolge soll die Spur zu kleinen Callcentern führen.
Fazit:
Der Datenschutz scheint im Internet vollkommen außer Kontrolle geraten. Ob die von Innenminister Schäuble angekündigten Gesetzesverschärfungen helfen können, einmal im Umlauf befindliche Daten wieder unter Verschluss zu bekommen, ist fraglich. Der Datenhandel im Internet benötigt aber in jedem Fall eine gesetzliche Neuregelung.
Autor: Florian Skupin
Rechtsberatung Datenschutz im Internet: RA Sören Siebert
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