Wer einen Anonymisierungsdienst oder ähnliches verwendet, der möchte eigentlich dass seine Person unerkannt im Internet unterwegs ist. Insbesondere in China sind solche Dienste beliebt, erlauben sie es doch Internetsperren wie die "Große Firewall" zu umgehen und auf ansonsten zensierte Webseiten aus dem Ausland zuzugreifen. Nun fand Hal Roberts vom US-amerikanischen Berkman Center for Internet & Society heraus, dass einige Anbieter das Verhalten ihrer Nutzer genaustens beobachten und protokollieren und diese Daten zum Verkauf anbieten.
Das wäre an sich nicht weiter schlimm, würde es sich nur um anonymisierte Daten handeln. Neben diesen, gibt es auf Anfrage und natürlich Bezahlung, jedoch auch detailliertere Datensätze, anhand derer - so das FAQ des Anbieters - auch einzelne Personen identifiziert werden könnten.
Zwar behält sich der Anbieter eine genauste Überprüfung der Kunden vor, doch birgt schon alleine das Speichern der Surfdaten immense Gefahren. Sicherheitslücken und Datenpannen reichen aus um das prekäre Datengut in die Hände von Unbefugten gelangen zu lassen. Missbrauch sei deshalb nicht ausgeschlossen, meint Hal Roberts. Erhoben werden die Surf-Daten dabei mit Hilfe von Log-Daten verschiedener Proxyserver, über denen die Nutzer der Tools DynaWeb FreeGate, GPass und FirePhoenix geleitet werden. Der Nutzer erfährt von alldem nichts und auch eine Datenschutzbestimmung sucht man hier vergebens.
Fazit:
Eine wirkliche Anonymität gibt es im Internet nicht, dass vorweg. Wem aber dennoch seine Privatsphäre im Web am Herzen liegt, sollte lieber einen Blick auf TOR oder JAP werfen.
Autor: Christian Hense
Rechtsberatung Datenschutz im Internet: RA Sören Siebert
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