Mit einer Selbstverpflichtungserklärung haben sich vergangene Woche die EU-Kommission und einige der größten Betreiber von sozialen Netzwerken auf eine Verbesserung des Jugendschutzes geeinigt.
So sollen künftig die sieben Grundsätze der "Safer Social Networking Principles for the EU" dafür sorgen, dass Jugendliche auf Plattformen wie StudiVZ, Facebook oder Myspace besser vor Missbrauch oder Cyber-Mobbing geschützt werden. Besonderer Wert wird dabei auf einen verbesserten Datenschutz gelegt: Neben umfassenderen Informationspflichten, verpflichten sich die Anbieter in ihrer Erklärung künftig gezielte Suchanfragen nach Profilen Minderjähriger zu unterbinden. Darüber hinaus sollen eine Altersdifferenzierung und ein erheblich beschränkter Profilzugriff für weiteren Schutz sorgen.
Weiterhin sehen die Prinzipien der insgesamt 18 Unterzeichner eine Moderatorfunktion vor, mit dessen Hilfe Jugendliche selbst entscheiden können, was auf ihren Profilseiten erscheint und was nicht. Im Falle künftiger Missbrauchsfälle soll neben einer Meldefunktion, über die sich der Betroffene dann direkt an den Betreiber wenden kann, auch eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Behörden erfolgen.
Eine einheitliche Umsetzung der Prinzipien sieht die Selbstverpflichtung aber nicht vor. Schon aufgrund der unterschiedlichen Konzepte der beteiligten Angebote, behielten sich die jeweiligen Anbieter vor, selbst über die konkrete Umsetzung zu entscheiden. In 18 Monaten soll dann zusammen mit der Kommission über die ersten Ergebnisse beraten werden und auch, ob der Prinzipienkatalog gegebenenfalls noch den Erfordernissen der Praxis angepasst werden muss.
Fazit:
Mit einer Selbstverpflichtung zur Verbesserung des Jugendschutzes machen die Anbieter von Social-Networks auf jeden Fall einen Schritt in die richtige Richtung. Offen bleibt natürlich die konkrete Umsetzung auf den jeweiligen Plattformen. Hier wird sich zeigen wie ernst es den einzelnen Betreibern mit dem Jugend- aber auch Datenschutz wirklich ist.
Autor: Christian Hense
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