Der als Konkurrenz für Twitter und Facebook angekündigte Google-Dienst „Buzz“ hat einen furiosen Fehlstart hingelegt. In der letzen Woche gestartet, sollte Buzz den Mitgliedern nicht mehr nur den E-Mail-Dienst (Googles Mail oder auch als Gmail bekannt) sondern auch den Austausch von Bildern, Videos und kurzen Textmitteilungen bieten, wie dies beispielsweise von Portalen bei Facebook, StudiVZ oder Twitter bekannt ist.
Einbindung von G-Mail, Picasa, Youtube und Twitter
Der Nutzer kann aus der gewohnten Oberfläche von Google Mail heraus zahlreiche Social-Media-Funktionen bedienen. Dies geschieht anders als bei der Konkurrenz in Echtzeit. Bei Buzz kann man also zum Beispiel in Echtzeit kommentieren. Zudem sind viele Funktionen teilautomatisiert. So gruppiert das Buzz-Programm die häufigsten Mail-Kontakte zu einer Follower-Auswahl, deren Beiträge man sehen kann, wenn man will.
Buzz bindet YouTube-Videos ein, genau wie Picasa-Bilder und Alben oder Twitter-Nachrichten. Das alles ist nicht nur schnell und sondern auch einfach. Es gibt viele Veränderungen. So gibt es zum Beispiel bei Kommentarfunktion keine klare Abgrenzung mehr zwischen Blog-Kommentierung und Chat. Des Weiteren saugt sich Buzz zur Illustration automatisch Bilder von der verlinkten Seite, wenn man einen Links zu einer Web-Seite veröffentlicht. Dies könnte allerdings zu rechtlichen Konflikten mit den Urhebern führen.
„Zwangsaktivierung“ über Google Mail und Datenschutzprobleme
Aber über Google Buzz ist nicht nur positives zu berichten, denn es gestattet ungewollte Einblicke in die Privatsphäre von Google-Nutzern. Die Grundeinstellungen von Googles neuem Social Network gestatten allen Buzz-Nutzern, private E-Mail-Kontakte anderer Netzwerk-Mitglieder einzusehen. Wenn sich also ein Google Mail-Nutzer das erste Mal nach der Freischaltung für Buzz in sein Google-Konto einloggt, sucht Googles Soziales Netzwerk automatisch nach bestehenden Kontakten aus dessen E-Mail-Konto. Anschließend wählt der Dienst die Kontakte aus, mit denen der Anwender regelmäßig in E-Mail-Kontakt steht und trägt sie in die Freundesliste des Konto-Inhabers ein.
Dies hört sich im ersten Moment zwar gut an, da einem die Arbeit abgenommen wird, aber falls der Anwender ein öffentliches Profil erstellt hat, kann jeder andere Buzz-Nutzer einsehen, mit wem der Betroffene regelmäßigen Schriftverkehr hat. Dazu müssen sich Profilbesucher zwar auf der Freundesliste des Konto-Inhabers befinden, aber die Einträge auf der Freundesliste erfolgen ohne Freigabe durch das betroffene Buzz-Mitglied. Der Anwender kann unerwünschte Kontakte lediglich nachträglich aus der Liste entfernen. Bereits bei der Aktivierung des Buzz-Profils ist der Dienst so eingestellt, dass der Nutzer-Account öffentlich erscheint. Der Suchmaschinenbetreiber weist im Laufe des Aktivierungsprozesses den Nutzer nicht ausdrücklich darauf hin, dass bei einem öffentlichen Buzz-Profil auch alle Buzz-Kontakte einsehbar sind.
Gegen die Veröffentlichung der eigenen Kontakte bei Buzz kann sich der Nutzer schützen, indem er im Einstellungsmenü des Online-Dienstes das eigene Profil als "privat" deklarieren. Wer gar kein Interesse an Googles neuem Sozialen Netzwerk hat, kann den Dienst auch am unteren Seitenrand des Google Mail-Fensters über den Textlink "Buzz deaktivieren" abschalten.
Fazit:
Google hat in den vergangenen Tagen bereits auf die massive Nutzerkritik reagiert und viele der ursprünglichen Funktionen angepasst oder zurück genommen. Google Buzz ist eine interessante Sache. Es bleibt aber abzuwarten, ob Google damit so viel Erfolg haben wird wie die Konkurrenten Facebook oder Twitter.
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