Mehr Datenschutz für seine rund 67 Millionen Nutzer. So jedenfalls kann man die Kernaussage der Facebook-Verantwortlichen vom vergangen Dienstag zusammenfassen.
Nach Teils wachsender Kritik an dem sozialen Netzwerk, sollen nun individuelle Optionen für mehr Privatsphäre sorgen. Das neue Prinzip ist eigentlich auch recht einfach. Durch die Vergabe von bestimmten Zugriffsrechten an einzelne Kontakte oder Kontaktlisten, können Facebook-Nutzer nun selbst entscheiden, welche Teile ihres Profils für andere Nutzer einsehbar sind und was für Informationen sie gerne mit anderen teilen möchten. Engen Freunden kann man so mehr Einblicke in Privates gewähren, als flüchtigen Bekannten oder gar Fremden.
Vorbei also die Zeiten, in denen Jedermann die Bilder der letzten Party anklicken durfte die einen in bester Feierlaune und bei hohem Promillestand zeigten. Sicherlich beruhigend, da auch Personalabteilungen öfter mal einen Blick in Online-Netzwerke wagen.
Das die Verantwortlichen bei Facebook nun einen Schwenk in Richtung Datenschutz machen, ist eigentlich kaum verwunderlich. Nicht nur der mehr als freizügige Umgang mit Nutzerdaten erregte den Unmut der Datenschützer. So flog Facebook bereits im vergangenen Jahr damit auf, das Surfverhalten seiner Mitglieder auch auf seinen Partnerseiten zu protokollieren und für Marketingzwecke auszuwerten. An sich natürlich nichts wirklich ungewöhnliches, wenn nicht auch Nutzer davon betroffen gewesen wären, die via Opt-Out dem Widersprochen hatten. War man gar ausgeloggt, erfolgte die Datenübermittlung ohne vorherige Abfrage und Kenntnis des Nutzers. Facebook versicherte jedoch, dass diese Daten nicht genutzt oder gar gespeichert würden. Dennoch eine eher fragliche Methode.
Fazit: Das neue Rechtemanagement im Facebook wirkt schon fast wie eine Datenschutzrevolution. War es bisher doch kaum möglich seine persönlichen Daten vor anderen zu verbergen oder gar User völlig vom eigenen Profil auszusperren. Aus Sicht des Datenschutzes deshalb eine zu begrüßende Neuerung, gerade auch weil so manchen die Folgen eines zu offenen "Online-Lebens" wohl kaum klar sein dürften. Dies läßt hoffen, daß auch bald andere Social Communities, wie StudiVZ nachziehen und Ihren Schutz der Daten ihrer Mitglieder ernst nehmen.
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