Das Unternehmen HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH bietet unter anderem E-Government-Lösungen für Städte und Gemeinden an. Wie das ARD-Politmagazin "Report München" gestern berichtete ist es nun zu einem folgenschweren Fehler gekommen. Nch Informationen von Heise Online standen eine Vielzahl von hochpersönlichen und vertraulichen Daten von mindestens 200 Einwohnermeldeämtern zwischen März und Juni 2008 im Klartext zum Abruf bereit.
Jeder Nutzer konnte von zu Hause aus Daten zum Familienstand, Geburtsdaten, die Religionszugehörigkeit oder auch Passphotos online und unverschlüsselt betrachten. Solche Daten haben insbesondere für Kriminelle oder Werbeunternehmen eine hohe Bedeutung und wecken Begehrlichkeiten. Ob und in wenn ja in wievielen Fällen diese Daten abgerufen wurden, lässt sich zur Zeit nicht sagen. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, wurden bereits Zugriffe auf die Daten in Potsdam, Hennigsdorf und Neuhardenberg registriert.
Nach Angaben des betreuenden Unternehmens wurden die Sicherheitslöcher gestopft und ein Zugriff auf die Daten sei nun nicht mehr möglich. Allerorten werden nun die Internetprotokolle überprüft, um zu klären, welcher Schaden entstanden ist und wer die Verantwortung für die folgenschwere Datenpanne trägt.
Fazit:
Für die Vertraulichkeit von Informationen und den Datenschutz ist dieser Fall eine Katastrophe. Nicht nur Nutzerinnen und Nutzer, sondern auch Unternehmen müssen mit größter Vorsicht und besonderer Achtsamkeit auch im eigenen Interesse die Belange des Datenschutzes berücksichtigen. Datensparsamkeit und dezentrale Speicherung von Datensätzen wären ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Datenschutz im Internet: Rechtsanwalt Sören Siebert
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