Geht es um einen Handy-Vertrag, haben sich Millionen Kunden für den Anbieter T-Mobile entscheiden. Nach der Spitzelaffäre vor vier Monaten wird der Telekom-Konzern nun allerdings abermals von einem gigantischen Skandal erschüttert. Es geht um nichts weniger als den Diebstahl von 17 Millionen Datensätzen von T-Mobile-Kunden.
Unter den Betroffenen ist nicht nur Lieschen Müller von nebenan, sondern auch eine Vielzahl von Prominenten und Politikern. Viele davon mit Geheimnummer ausgestattet. Aus den Rechenzentren der Telekom sind nun auf bislang ungeklärte Weise persönliche Daten wie Handy-Nummern, Namen, Anschrift und in manchen Fällen auch Geburtsdaten und eMail-Adressen verschwunden. Laut Telekom sind dabei jedoch weder Kreditkartendaten, noch Bankverbindungen oder Verbindungsdaten abhanden gekommen.
Der Datendiebstahl hatte bereits 2006 stattgefunden. Die Telekom hatte dies damals der Staatsanwaltschaft Bonn mitgeteilt, die seitdem ermittelt. Die betroffenen Kunden wurden bislang noch nicht informiert. Darauf habe die Telekom verzichtet um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Dass die Sache nun trotzdem bekannt geworden ist, ist den Recherchen des SPIEGEL zu verdanken.
Fazit:
Ob und inwieweit die Datensätze in Online-Datenbörsen oder auf dem "digitalen Schwarzmarkt" gehandelt wurden, kann zur Zeit noch nicht gesagt werden. Die Gefahr besteht allerdings. Dies kann für Betroffene nicht nur ein großes Ärgernis, sondern in bestimmten Konstellationen wie bei Politikern zu einem Sicherheitsrisiko sein. T-Mobile Deutschland bietet nun allen T-Mobile-Kunden an, ihre Handynummer kostenlos zu wechseln. Zudem wurde unter der Nummer 0800 330 034505 eine Hotline für Fragen und Beschwerden eingerichtet.
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Datenschutz: Rechtsanwalt Sören Siebert
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