Legt man die Ergebnisse einer aktuellen Meinungsumfrage im deutschsprachigen Internet zugrunde, lohnt sich für Unternehmen die Investition von Werbemitteln im Online-Spiel Second Life nicht. Wie in der 24. Erhebungswelle der Internet-Studie "WWW-Benutzer-Analyse W3B" nachzulesen ist, liegt die Anzahl der deutschsprachigen Nutzer, die sich wöchentlich im viel gerühmten zweiten Leben des Unternehmens Linden Lab einloggen, bei lediglich 0,8 Prozent.
Die Studie hat festgestellt, dass die allermeisten, der nach Angaben des Unternehmens angemeldeten Nutzer, in Höhe von aktuell über 6,8 Millionen, lediglich als Account-Leichen am Spiel teilnehmen. Nach einer einmaligen Anmeldung kehrt der Großteil der Nutzer dem Spiel wieder den Rücken zu. Die Studie zeigt auch, dass die tatsächlich regelmäßig spielenden Personen überdurchschnittlich werberesistent seien. Danach gaben in der Umfrage nur 12 Prozent der aktiven Nutzer an, während des Spiels auf neue Produkte aufmerksam geworden zu sein. Dabei sehen 43 Prozent der aktiven Nutzer in Second Life mehr als nur ein Spiel. Für knapp 25 Prozent ist Second Life ein wichtiger Teil in ihrem realen Leben geworden.
Experten sehen deswegen die hohen Investments der Unternehmen in Werbekampagnen im Rahmen des Spiels, wie die Eröffnung eines eigenen Online-Store, mit Sorge. Dies liege einerseits an der überschätzten Nutzeranzahl und andererseits an den falschen Werbestrategien. Hauptproblem sei, dass sich die Werbekampagnen an klassischen Werbestrategien orientieren. Neue Wege des Marketing zu finden, ist den Werbenden bislang nur unzureichend gelungen. Wie man in einem White Paper (PDF) der Elephant Seven AG in Zusammenarbeit mit dem eBusiness-Unternehmen Pixelpark nachlesen kann, gibt es durchaus auch andere Wege.
Fazit:
Das Community-Spiel Second Life wurde in den letzten Monaten meist im Zusammenhang mit ungeklärten Rechtsfragen , Problemen mit Kinderpornographie oder mit neu gestarteten Werbeinitiativen etablierter Unternehmen diskutiert. Second Life ist aber in erster Linie keine Werbeplattform sondern ein neues Phänomen der Online-Kultur. Die investierten Millionen-Etats der Unternehmen könnten sich als große Fehlinvestitionen heraus stellen.
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Online-Spiele, Blogs und Foren: Rechtsanwalt Sören Siebert
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