Erstmals hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einen Blog auf den Index gesetzt. Per Beschluss indizierte das Gremium einen sogenannten "Pro-Ana"-Blog, der krankhafte Anorexie und Magersucht in Gedichten und "Glaubensbekenntnissen" verherrlichte.
Eingeleitet wurde die Sperre durch einen Antrag der bayrischen Kommission für Jugendmedienschutz. Laut dieser sei der Blog geeignet "die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden." Die frei zugänglichen Texte die unter anderem Handlungs- und Verhaltensanweisungen als "10 Gebote" oder „Ana`s Psalm“ und „Ana`s Gesetze“ bewarben, würden ein extremes Schlankheitsideal und eine sehr problematische Einstellung dem eigenen Körper gegenüber propagieren - so die Kommission weiter. Die Krankheit würde in dem Blog gar als "erstrebenswerter Lifestyle" glorifiziert.
Für die Bundesprüfstelle reichte dies bereits aus und nahm den Blog in den Index für jugendgefährdende Schriften auf. Die Begründung folgte dabei weitestgehend der bayrischen Kommission, besonders die suggestive Wirkung des Blogs auf Kinder und Jugendliche hob die Bonner Behörde hervor, sowie die "erheblichen Gefährdungselemente" von Pro-Anorexie-Angeboten.
Fazit:
Mit der erstmaligen Indexierung eines Blogs zeigt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien nun auch Präsenz in der weiterhin wachsenden Blogosphäre und schafft gleichzeitig einen Präzedenzfall. Die Bonner Prüfer dürfte hier einer Mammutaufgabe gegenüber stehen, will man wirklich den Kampf mit den zahlreichen jugendgefährdenden Inhalten in Blogs aufnehmen.
Autor: Christian Hense
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