Schleichwerbung in Blogs durch Fake-Identitäten

5200
0 Bewertungen, Durchschnitt 0 von 5
Schleichwerbung in Blogs durch Fake-Identitäten0 von 5 basiert auf 0 Bewertungen.

Mehrere Wochen lang hat das Unternehmen „Coty Prestige Lancaster Group“ in Web2.0-Portalen wie MySpace, YouTube, Bloomstreet oder Flickr im Rahmen einer bezahlten Kampagne virtuelle Personen gezielt zu Werbezwecken eingesetzt. Mirjam und ihre Freunde Alina, Katharina, Tomek und Joe  haben in ihren Beiträgen und Kommentaren beispielsweise immer wieder am Ende des Postings die Frage "what are you in2?" gestellt. In Suchmaschinen findet man dazu relativ schnell den Hinweis zu dem neuen Parfüm  "ck-IN2U" von Calvin Klein.

Blogger sind der Masche jedoch auf die Spur gekommen. Über die Frankfurter Werbeagentur DKD erfuhren sie den Auftraggeber, das Unternehmen „Coty Prestige Lancaster Group“. Der Parfüm-Marktführer hat inzwischen seine Vorgehensweise eingestanden. Dabei sah die Marketing-Strategie vor, der klassischen Anzeigen-Kampagne eine so genannte "Teaser-Kampagne" voran zu stellen. Nach dem viele Blogger auf die Postings der fünf attraktiven und sexy wirkenden Kunstfiguren herein gefallen sind, ist der Ärger nun groß. Das Vorgehen des Unternehmens hat nach Ansicht vieler, die "Blogger-Ethik" durch das Posten von Schleichwerbung verletzt. Nun wollen sie im Nachhinein Geld für die unerlaubte Werbung eintreiben. Die Werbeagentur DKD hat inzwischen mehrere Rechnungen im fünfstelligen Bereich erhalten.

Zudem überlegen nun viele Blog-Betreiber, wie sie in der Zukunft unerwünschte Werbung in ihren Blogs  nicht nur untersagen, sondern auch sanktionieren können. Eine Überlegung ist die Ergänzung der allgemeinen Nutzungsbedingungen, bzw. die Einfügung eines Hinweises, der das Posten von unerlaubter Werbung sanktioniert. Da es diesbezüglich noch keine richterliche Entscheidung gibt, bleibt abzuwarten, inwieweit ein solcher Passus in der Praxis tatsächlich zum Erfolg verhilft. Eine andere Möglichkeit ist, nachdem ein solches Posting entdeckt wurde, einen abgeleiteten Anspruch aus der so genannten unechten Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA) geltend zu machen. Ein solcher Anspruch würde sich auf die Herausgabe dessen beziehen, was ein "Fremdgeschäftsführer" durch die Geschäftsführung ohne Auftrag erlangt hat. Im vorliegenden Fall hat sich die Werbeagentur Werbekosten, die bei der Schaltung von regulären Anzeigen angefallen wären, erspart. Als Folge könnte der Blog-Betreiber diese Kosten geltend machen. Dies gilt hier insbesondere hinsichtlich der Zahlungen des Unternehmens an die Werbeagentur. Vergleichbare Fälle sind aus dem Bereich der nicht genehmigten Veröffentlichung von Photos bekannt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die rechtlichen Auseinandersetzungen weiter entwickeln. Ein Urteil in dieser Frage wäre deswegen wünschenswert.

Anzeige

Fazit:
Die Bedeutung von Online-Werbung wächst rasant. Unternehmen versuchen mit allen Tricks ihre Werbung im Internet zu platzieren. Insbesondere Portale des Web2.0 sind besonders anfällig für Schleichwerbung und beispielsweise auch massenhaftes Link-Posting für die eigene Webseite. Da dieser Bereich rechtliches Neuland ist, hat die weitere Entwicklung für die Blogosphäre eine große Bedeutung.

Autor: Philipp Otto

Rechtsberatung Online-Werbung, Blogs und Postings: Rechtsanwalt Sören Siebert

Abmahncheck
Andere Leser interessierte auch:
 Ein Arzt wollte vor dem Bundesgerichtshof erwirken, dass ein Eintrag über sich im Bewertung
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs Mitte Mai wurden bei Google mehr als 91.000 Löscha
Die Verlinkung von fremden Seiten ist immer wieder Gegenstand von gerichtlichen Streitigkeiten. Me
Die sogenannte Störerhaftung, die das Bereitstellen eines freien WLan erschwert, steht nun auf de
Das Telemediengesetz verpflichtet Händler und Dienstleister auf ihrer Internetseite ein Impressum
Listen im Internet über die Hygiene in Lebensmittelbetrieben und Restaurants sollen für den Bür
#LSRfrei: Sie dürfen diesen Beitrag gern kostenfrei zitieren und darauf verweisen.

Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Quellverweis heraus.

Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Quellverweis heraus.

Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Quellverweis heraus.

Schleichwerbung in Blogs durch Fake-Identitäten

Anzeige

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

Anzeige

Neuste Nachrichten zum Internetrecht als Newsletter Neuste Nachrichten zum Internetrecht als RSS-Feed Neuste Nachrichten zum Internetrecht auf Google+ Neuste Nachrichten zum Internetrecht auf Facebook Neuste Nachrichten zum Internetrecht auf Twitter Neuste Nachrichten zum Internetrecht auf Youtube

eRecht24 Live-Webinare

 

Empfehlung

Sören Siebert auf

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Für Webmaster und Seitenbetreiber:

Der kostenfreie Disclaimer für Ihre Website

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.