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Bereits im Dezember 2010 untersagte der Internetdienstleister Amazon Wikileaks die weitere Nutzung seiner Server. Die Wikileaks Seite ist seit dem Umzug, der einen kurzen Ausfall der Webseite zur Folge hatte, über einen schwedischen Anbieter zu erreichen.
Der Internetdienstleister Amazon ist den meisten als Onlinebuchladen bzw. Onlineshop bekannt. Aber Amazon bietet Unternehmen weitaus mehr Internetdienstleistungen an. So hatte Wikileaks beim Amazon Web Service (AWS) Speicherplatz auf dessen Servern angemietet. Dort fand Wikileaks in einer sog. "Cloud" (Netz von verteilten Rechenzentren) die nötige technische Infrastruktur um sich gegen befürchtete Hackerattacken schützen zu können.
Diese Sorge erwies sich als begründet, denn bereits kurz nach Veröffentlichung der ersten geheimen Dokumente hatten Hacker versucht, die Webseite cablegate.wikileaks.org durch einen sogenannten Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS) lahmzulegen. Durch zahlreiche Anfragen an den Ziel-Rechner wird so versucht, den Server zur Überlastung und somit zur kurzzeitigen Abschaltung zu zwingen.
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Nach der Veröffentlichung der Dokumente durch Wikileaks war immer wieder darüber spekuliert worden, dass die US Regierung versuche, auf Unternehmen, die mit Wikileaks zusammenarbeiten, Druck auszuüben, damit diese die Zusammenarbeit beenden. Das US-Heimatschutz-Ministerium selbst bestätigte lediglich indirekt, dass das Verhalten von Amazon auf seine Einflussnahme zurückzuführen sei. Der US-Senator Joe Lieberman, Vorsitzender des Homeland-Security-Ausschusses ist, hatte erklärt, dass keine verantwortungsbewusste Firma in den USA oder einem anderen Land Wikileaks helfen solle, gestohlene Informationen zu verbreiten, die "die nationale Sicherheit aufs Spiel setzen und Leben rund um die Welt gefährden".
Nach dem Boykott durch Amazon hatte Wikileaks umgehend über Twitter die Meldung verbreitet, dass die Server nach Europa umziehen würden. Laut früheren Äußerungen von Wikileaks-Gründer Assange schützen die Server in Schweden den Informanten vor Nachspürversuchen und böten somit einen höhere Sicherheit, da für sie der schwedische Quellschutz gelte.
Schwedische Verfassungsexperten sehen diesen Schutz jedoch nicht zweifelsfrei als gegeben an, vielmehr sei die Rechtslage im Fall von Wikileaks alles andere als klar. So könnte man unter Umständen auch in Schweden strafrechtlich gegen Informanten von Wikileaks vorgehen. Eine "Zusammenarbeit" der schwedischen Regierung mit der US-Regierung zur Lösung des Problems ist ebenfalls nicht auszuschließen.
Die US Regierung hatte in Schweden interveniert, um die Veröffentlichung der geheimen Dokumente auf diplomatischem Weg zu verhindern. Im Fall von Wikileaks ist das bislang nicht gelungen, allerdings stehen zwei Vorfälle im Raum, bei denen es der US-Regierung gelungen sein soll, die eigenen Interessen durchzusetzen. Zum Einen beschlagnahmte die schwedische Regierung bereits im Jahr 2006 mehrere Server von „Pirate Bay“. Die Server dienten im anschließenden Prozess gegen die Filesharing-Seite als Beweisstücke, bzw. machte die Beschlagnahmung der Server den Prozess überhaupt erst möglich. Zum anderen sperrte ein Provider aufgrund angeblich direkter Einflussnahme des schwedischen Außenministeriums "freiwillig" die Seite eines Kunden bzw. dessen Account, der eine Publikation mit den sog. "Mohammed-Karikaturen" ins Netz gestellt hatte.
Fazit:
Es bleibt abzuwarten, wie mit Wikileaks weiter umgegangen werden wird. Man kann sich jedoch sicher sein, dass die von Wikileaks "bedrohten" Regierungen und Unternehmen nichts unversucht lassen werden, um Wikileaks an weiteren Veröffentlichungen zu hindern.
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Sören Siebert auf Google+