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Phishing-Angriff: Haftung der Bank bei unsicherem Online Banking System

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Um an die Bankdaten von Online-Banking Kunden zu gelangen, ahmen Täter im Rahmen von Phishing Attacken ganze Bank Webseiten nach. So gelangen sie an die Passwörter und TAN-Listen des Kunden und räumen deren Konten daraufhin leer. Grundsätzlich haftet die Bank bei einer Schädigung des Kunden dabei vollständig. Etwas anderes kann sich jedoch nach einer aktuellen Entscheidung des Kammergerichts Berlin ergeben.

Um an die Bankdaten von Online-Banking Kunden zu gelangen, ahmen Täter im Rahmen von Phishing Attacken ganze Bank Webseiten nach. So gelangen sie an die Passwörter und TAN-Listen des Kunden und räumen deren Konten daraufhin leer. Grundsätzlich haftet die Bank bei einer Schädigung des Kunden dabei vollständig. Etwas anderes kann sich jedoch nach einer aktuellen Entscheidung des Kammergerichts Berlin ergeben.

Was war geschehen?

Eine Bankkundin wollte eine Online-Überweisung bei ihrer Bank tätigen. Während der Überweisung öffnete sich ein weiteres Fenster, in welchem sie auf einer der Bankwebseite täuschend ähnlich aussehenden Webseite aufgefordert wurde, vier weitere ungenutzte TAN-Nummern einzugeben, da die erste Überweisung nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Als die Kundin am folgenden Tag ihr Konto begutachtete, war dieses um 14.500 Euro erleichtert worden und sie Opfer einer Phishing Attacke geworden.

Sie wandte sich daraufhin an Ihre Bank und verlangte Zahlung der Schadenssumme in Höhe von 14.500 Euro. Diese weigerte sich zur Zahlung, da die Kundin ohne weitere Prüfung den Betrügern fahrlässig Zugriff auf das Konto ermöglichte und verlangte ihrerseits Schadensersatz von der Kundin.

Entscheidung des Gerichts

Das Kammergericht Berlin hatte sich Ende November (Urteil vom 29.11.2010 – Az.: 26 U 159/09) mit der Sache zu beschäftigen und gab der Klage zum größten Teil statt. Zwischen der beklagten Bank und der klagenden Kundin bestehe ein wirksamer Girovertrag. Durch die ungerechtfertigten Abbuchungen stehe der Kundin damit im Grundsatz ein Schadensersatzanspruch gegenüber der Bank zu, so das Gericht.

Grundsätzlich stehe der Bank jedoch selbst auch ein Schadensersatzanspruch gegenüber der Kundin zu, wenn diese unachtsam das Online Banking System verwendet, welcher im Ergebnis bis zum vollständigen Ausschluss der Haftung führen könne. Allerdings sei dieser Anspruch im vorliegenden Fall um 70% zu kürzen. Begründet wurde dies von den Berliner Richtern damit, dass die Bank ihrerseits Sorgfaltspflichten verletzt habe, indem sie zur Entstehung des Schadens bei der Kundin beigetragen haben. Die beklagte Bank verwende gerade kein aktuelles und sicheres iTan-Verfahren im Rahmen ihres Online Banking Angebots, womit ein solcher Angriff verhindert worden wäre, sondern ein veraltetes, unsicheres System.

Fazit

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Verwendet eine Bank ein unsicheres Online Banking System, so haftet sie dem Kunden gegenüber auch dann auf Schadensersatz, wenn diesem selbst ein Verschulden hinsichtlich der Phishing Attacke zukommt. Der Kunde muss sich seinen Schadensersatzanspruch nur geringfügig um seinen eigenen Mitverschuldensanteil kürzen lassen, da er beim Online Banking auf verdächtige Vorkommnisse – insbesondere mehrfache TAN-Eingabe - achten müsse.

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