Die Business Software Alliance (BSA) ist ein internationaler Interessenverband von Software-Anbietern. Ein Schwerpunkt der Arbeit sind Aktionen gegen die Verwendung von illegal kopierter beziehungsweise nicht korrekt lizenzierter Software, so genannten "Software-Raubkopien", in Unternehmen. Heute startet die BSA eine neue Kampagne mit dem Titel: "Raubkopierer bereichern sich auf ihre Kosten".
Die Kampagne soll dabei zunächst im Berliner Raum dazu führen, dass der Einsatz von nicht rechtmäßig lizenzierter Software von verschiedenen Unternehmen wie SAP, Microsoft, Apple, Adobe oder Cisco Systems in Unternehmen rechtlich verfolgt wird. Dabei hofft der Branchenverband insbesondere auf Hinweise der Mitarbeiter der kleineren, mittleren und großen in Berlin angesiedelten Unternehmen. Diese sollen den Einsatz solcher Software bei der BSA melden und ihr Unternehmen verraten. In den USA laufen vergleichbare Kampagnen des Verbandes. Dabei wurden auch Kopfgelder als Belohnung für Insider-Informationen ausgesetzt. Dies ist in Deutschland allerdings noch nicht der Fall.
Nach Angaben des Interessenverbands stieg der Anteil illegal eingesetzter Software im letzten Jahr von 27 Prozent auf 28 Prozent. Der Verband beruft sich dabei auf die Ergebnisse der Studie "Fourth annual BSA and IDC global software piracy study". Sobald interne Hinweise aus Unternehmen bei der BSA eingehen, sollen diese einerseits dazu eingesetzt werden um mit den Ermittlungsbehörden bei der Strafverfolgung zu kooperieren und andererseits dazu, nachträglich Lizenzierungsgebühren und Schadensersatz von dem Unternehmen zu verlangen.
Fazit: Die Kampagne der BSA soll dem konstatierten "mangelnden Unrechtsbewusstsein" der Unternehmen auf die Sprünge helfen. Ob der Aufruf an die Beschäftigten, ihre Unternehmen zu verraten, erfolgsversprechend ist, bleibt abzuwarten. In der Vergangenheit wurden vergleichbare Kampagnen der BSA vielfach kritisiert. Zudem wissen viele kleinere und mittlere Unternehmen nicht genau, ob die eingesetzte Software tatsächlich legal oder illegal ist. Über die verschiedenen verfügbaren Modelle, auch aus dem Open-Source-Bereich, ist mehr Aufklärung nötig.
Autor: Philipp Otto
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