Im September 2005 hat das Online-Auktionshaus eBay den Anbieter der kostenlosen VoIP-Internet-Telefonie-Software für die maximal 4,3 Milliarden US-Dollar gekauft. Der Kaufpreis schlüsselte sich dabei in eine Barzahlung in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar zum damaligen Zeitpunkt und einer Zahlung in Aktien für 2008 und 2009 auf. Die Zahlung des aufgeschobenen Betrages wurde damals von der Umsatz- und Gewinnentwicklung mit der Software abhängig gemacht.
Da die Geschäftsentwicklung von Skype nach dem Kauf allerdings unter den Erwartungen von eBay geblieben ist, haben diese Presseberichten zufolge nun angekündigt, den vereinbarten maximalen Verkaufspreis deutlich zu kürzen. eBay schreibt den Wert von Skype nun um 1,43 Milliarden Dollar ab. Gleichzeitig gibt der Skype-Gründer, Niklas Zennström, seinen bisherigen Job als Leiter der entsprechenden Abteilung auf.
Analysten und Banker sehen dadurch ein deutliches Zeichen, dass viele der Web2.0-Angebote deutlich überwertet und viel zu teuer gekauft wurden. Aaron Kessler von der Investmentbank Piper Jaffray vergleicht die Situation gar mit den Fehlern, die im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des neuen Marktes im Jahr 2000 gemacht wurden.
Fazit:
Neben der Übernahme von YouTube durch den Suchmaschinen-Anbieter Google für 1,65 Milliarden US-Dollar war die Übernahme von Skype durch eBay mit die größte bei den Unternehmen aus dem beinahe schon legendären Web2.0. Inwiefern sich User-Generated-Content in diesen Dimensionen in ein profitables Geschäft für die Branchenriesen umwandeln lässt, konnte bislang nicht schlüssig dargelegt werden. eBay sucht nun nach weiteren Einnahmemöglichkeiten mit Skype. In der Diskussion ist unter anderem die Platzierung von Werbung bei der VoIP-Software.
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Web2.0 und Internetrecht: Rechtsanwalt Sören Siebert
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