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Google Chrome: Puristisch, schnell und revolutionär

Der neue Internet-Browser Google Chrome hat in der Netzwelt für blankes Erstaunen und bei der Konkurrenz für einen Schock gesorgt. Gestern Nacht um 21.02 Uhr deutscher Zeit wurde der Link zum Download einer Beta-Version des Browsers von Google freigeschaltet. Im Rahmen der Präsentation in der Hamburger Google-Zweigstelle erläuterte der verantwortliche Europa-Manager von Google Jürgen Galler, dass bereits seit zwei Jahren an dem Browser getüftelt und geforscht worden sei. Der breiten Öffentlichkeit war das Projekt bis gestern unbekannt gewesen.

Erste Tests des Programms durch die Nutzer und Fachleute bestätigen die Ankündigungen von Google: Schneller Download der Installer-Datei (486 KB), problemloser Start des Browser-Programms und eine hohe Nutzerfreundlichkeit der Oberfläche. Ganz im Sinne der Erfolgsstrategie der Google-Suchmaschine ist die Gestaltung von Google Chrome extrem puristisch. Google hat eine noch nie erreichte Schnelligkeit eines Browsers versprochen. Und in der Tat: In der Internet-Community überschlagen sich die begeisternden Meldungen über den schnellen Aufbau von Websites. Die Nutzung der Google-Videoplattform YouTube fühle sich an wie Fernsehen.

In den ersten Testberichten von Fachjournalisten wird ebenfalls hervorgehoben, dass keine Plugins benötigt worden seien. Ganz im Sinne der Google-Strategie die unternehmenseigenen Dienste stärker miteinander zu vernetzen, setzt die Navigation von Google Chrome auf die Eingabezeile für Web-Adressen. Diese ist dabei gleichzeitig eine Live-Suchabfrage die dem Nutzer Begriffsvorschläge potentiell gesuchter Adressen unterbreitet. Integrale Voraussetzung ist dabei, dass sich der Browser mit zunehmender Nutzung der Adresszeile die präferierten gesuchten Adressen merkt und bereits früher genutzte Seiten anzeigt. Wer keine totale Registrierung und Kontrolle seiner angesurften Websites haben will, kann mit einem einfachen Klick ein Anonymisierungs-Programm starten, dass die Nutzungswege verschleiert.

Es handelt es sich erst um eine Beta-Version zum Testen für die Nutzer, diese ist aber schon erschreckend gut. Kleinere Fehler wurden bei den Tests zwar noch gefunden, diese sollten aber leicht abstellbar sein. Google Chrome ist nicht nur ein weiterer Browser wie Safari, Internet Explorer oder Firefox (Mozilla), sondern hat das Zeug, ein Superstar zu werden. Die Entwicklungsfreudigkeit von Google und die weltweite Bekanntheit des Unternehmens führen dazu, dass Google mit der Veröffentlichung von Google Chrome zu einem Generalangriff auf den Marktführer Microsoft mit seinem Internet Explorer geblasen hat.

Interessanterweise ist Google Chrome bislang auch erst in einer Version für Microsoft Windows verfügbar. Entsprechende Versionen für Mac OS X und Linux sind laut Google in Arbeit. Microsoft gibt sich bislang gezwungenermaßen recht cool. Man registriere Google Chrome als einen weiteren Konkurrenten auf dem Browser-Markt, doch gehe man davon aus, dass die Internetnutzer der vor wenigen Tagen veröffentlichten neuen Version des Internet Explorer 8 den Vorzug geben werden. Diese Einschätzung könnte man zielgenau mit Zweckoptimismus beschreiben.

Fazit:
Google Chrome wird den Browser-Markt revolutionieren. Bereits durch die Beta-Version wurden neue Standards gesetzt. Es ist davon auszugehen, dass die Nutzer den Browser massenhaft installieren werden. Ob dadurch tatsächlich eine prozentuale Marktmacht entsteht, die den etablierten Browser-Anbietern gefährlich werden könnte, muss abgewartet werden. Die Wahrscheinlichkeit ist aber groß. Abzuwarten bleibt ebenfalls, welche möglichen technischen Schwierigkeiten in den Praxis-Tests noch zutage treten werden und im Fall von Google sollte man darauf immer besonderen Wert legen, wie mit den Nutzerdaten und Surfgewohnheiten umgegangen wird. Sobald die erste Euphorie verflogen ist, wird es über die Belange des Datenschutzes noch eine große Diskussion geben.

Autor: Philipp Otto

Rechtsberatung Internetrecht: Rechtsanwalt Sören Siebert


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