In Zeiten des Internets setzen immer mehr Unternehmen auf diesen Absatzmarkt – gerade die Zusammenarbeit mit dem Auktionshaus eBay muss sehr lukrativ sein, um in kurzer Zeit eine Menge Umsatz zu machen. Seit dem 29. Juli 2008 bietet die Deutsche Bahn Fahrkarten innerhalb Deutschlands sowie zu ausgewählten europäischen Zielbahnhöfen an. Beim aktuellen Bahn-Angebot ist eine Hin- und Rückfahrt in der 2. Klasse mit ICE oder IC/EC zur Zeit für 66 EUR zum Sofort-Kauf zu haben, eine Familien-Karte mit 4 Einzelfahrscheinen für 111 EUR – ein lukratives Angebot, wenn man ansonsten einmal die Preisen der Deutschen Bahn AG betrachtet.
Nach Aussage der Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn AG sollen 90% der Tickets via Sofort-Kaufen angeboten werden, 10% als Auktion mit Startpreis von einem Euro starten. Die vermeintlich image-fördernde Kundenaktion schlug bei einigen Nutzern jedoch scheinbar schnell um – bei Redaktionsschluss hatte das für den Ticket-Verkauf eigens eingerichtete eBay-Mitglied gerade einmal 73% positive Bewertung.
Was könnte hierfür der Grund sein?
Einige Kunden – wie dem Bewertungsprofil zu entnehmen ist – fühlen sich ziemlich verschaukelt von der Deutschen Bahn AG. Die von der Deutschen Bahn angebotenen Tickets wurden anfangs als Auktionen eingestellt, was zur Folge hatte, dass viele Menschen mehr für die Tickets bezahlt haben, als sie nun im Rahmen des Sofort-Kaufen-Angebotes kosten. So bezahlte ein Höchstbietender einer Auktion, die am 1. August 2008 ausgelaufen ist (Artikelnummer: 290249444480) mehr als 190 EUR für das Angebot, das nun für 66 EUR zum Sofort-Kauf erhältlich ist - verständlich, dass solche Kunden nicht gerade begeistert davon sind. Besonders ärgerlich für diese Käufer ist, dass die Deutsche Bahn aufgrund der Beschaffenheit des Artikels ihren Kunden kein Widerrufsrecht gewährt. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE prüft die Verbraucherzentrale Berlin nun die Möglichkeit einer Abmahnung gegen die Bahn-Angebot bei eBay.
Fazit:
So gut die Idee der Deutschen Bahn AG ist, Tickets in Zusammenarbeit mit eBay zu verkaufen, so überraschend kommt die Aktion, wenn man einmal bedenkt, dass die Bahn im Mai 2005 den Bahn-Ticket-Verkauf über das Auktionshaus eBay unterbinden wollte, als damals mehr und mehr Wiederverkäufer auftraten, die Tickets in einer anderen Aktion der Deutschen Bahn in Zusammenarbeit mit dem Discounter Lidl günstig gekauft hatten. Es stellt sich jedoch die Frage, warum die – meist günstigeren – Sofort-Kaufen-Angebote erst später auf eBay eingestellt wurden, sodass etliche Käufer nun erheblich mehr für dieselben Tickets bezahlen mussten.
Autor: Florian Skupin
Rechtsberatung Internetrecht - RA Sören Siebert
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