Der aktuelle US-Präsidentschaftswahlkampf zwischen Barack Obama und John McCain wird wie nie zuvor über das Internet geführt. Dabei gelingt es den Anhängern Obamas, wohl auch aufgrund ihres Alters und der Bildungsstruktur, das Medium deutlich effektiver zu nutzen als die republikanische Konkurrenz. Die Republikaner haben bei der Wählergewinnung im Netz aber das Nachsehen .Dies liegt nicht zuletzt an den eher plumpen und nachweislich falschen Aussagen, wie der über die „Freundschaft“ zwischen Obama und Terrorist Bill Ayers.
Deshalb machen die Republikaner in den letzten Wochen des Wahlkampfs einen technischen Schritt zurück und setzen verstärkt auf automatisierte Anrufe vom Band, so genannte Robocalls. Die Wähler werden per automatischer Ansage etwa darüber informiert, dass Senator Obama eng mit Terroristen zusammenarbeiten würde, Babys umbringen lassen will und - für viele Amerikaner wohl am gefährlichsten – den privaten Besitz von Schusswaffen reglementieren will.
McCain wurde in vergangenen Wahl kämpfen selbst Opfer solcher Robocalls und versprach damals, er werde mit einer derartigen Form des Wahlkampfes niemals etwas zu tun haben.
Obamas Anhänger nutzen hingegen das Internet, um die in der Vergangenheit eher im Verborgenen stattfindenden Robocalls und deren teilweise kruden Vorwürfe in zahllosen Blogs und Internetseiten öffentlich zu machen und zu diskutieren.
Am besten hat das Thema wohl die Seite talkingpointsmemo.com aufgegriffen. Dort ist unter anderem eine interaktive Karte der Anrufkampagnen eingestellt, auch die Anrufe selbst können dort abgerufen werden.
Fazit:
Das Internet wird im aktuellen US-Präsidentschaftswahlkampf wie nie zuvor zur Meinungsbildung und zu Wahlkampfzwecken benutzt. Über Blogs, Dienste wie Youtube und zahllose Webseiten ist es dabei mit minimalem technischen Aufwand möglich, direkt auf fragwürdige Wahlkampfaussagen
des politischen Gegners zu reagieren.
Für die Verleumdungskampagnen der Republikaner bedeutet dies, dass deren Wirkung sehr schnell verpufft oder sich gar ins Gegenteil verkehrt. Oder, wie es Tobias Moorstedt in einem Bericht von Spiegel Online treffend zusammenfasst: „The Internet killed the Robocall“
Autor: Sören Siebert
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