In der letzten Woche fand in Washington ein Treffen statt, auf dem das weitere Vorgehen in Bezug auf das ENUM-Projekt diskutiert wurde. Hinter ENUM (Electronic Numbering System, Electronic Number Mapping) steht eine hochinteressante Idee, die in den USA seit Jahren von vielen großen Unternehmen forciert wird.
Die Idee hinter diesem Projekt ist es, unter einer Telefonnummer Dienste wie Fax, Festnetz- und Mobiltelefon, Voice over IP, e-Mail oder die eigene URL zu bündeln.Um die Telefonnummer in eine DNS- basierte URL zu übersetzen, wird eine 11stellige Nummer, deren erste Stellen aus dem Ländercode bestehen, umgedreht, es werden Dots zwischen die Zahlen gesetzt und die ENUM-Domain e.164.arpa wird angehängt. Aus einer Telefonummer wie „+1-202-555-1234“ für Washington wird dann die Domain „4.3.2.1.5.5.5.2.0.2.1.e164.arpa”.
Mittlerweile testet auch die deutsche Vergabestelle für Domains (DENIC) diesen Dienst, erste Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorgelegt werden. Das Potential dieses Dienstes wird als enorm eingeschätzt. Da durch die Struktur dieses Dienstes alle persönlichen Daten einer Person abrufbar sind, liegt ein Schwerpunkt der Entwicklung auf datenschutzrechtlichen Aspekten. Öffentlich zugängliche Datenbanken wären das Top-Ziel für Adresshändler und Spammer. Deshalb wird im Moment verstärkt an sicheren Authentifizierungsmechanismen und dem Schutz der Datenbanken gearbeitet.
Auch die Organisation des Dienstes ist noch nicht geklärt, da jedes Land einen eigenen Registrator benötigt. Angedacht ist, pro Land eine Organisation (ähnlich wie die nationalen Domain-Vergabestellen) zu beauftragen, die dann privaten Unternehmen die Möglichkeit gibt, den Dienst zu vermarkten.
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