Der Software Konzern Symantec ist inbesondere für seine Anti-Virus Software Norton bekannt (u.a. Norton Personal Firewall, Norton Internet Security, Norton Commander). Halbjährlich veröffentlicht das Unternehmen zudem einen Bericht zur Lage der Sicherheit im Internet. Im nun online gestellten Internet Security Threat Report (PDF) finden sich interessante statistische Daten. Grundlage ist die weltweite Analyse aller Aktivitäten im Internet im Zeitraum Juli 2006 bis Dezember 2006. Waren früher hauptsächlich Unternehmen von Online-Angriffen betroffen, sind heute 99,4 Prozent (1.Halbjahr 2006: 86 Prozent) aller Angriffe gegen Verbraucher gerichtet. Davon kommen 31 Prozent aller Angriffe und kriminellen Online-Aktivitäten aus den USA. Die Studie hat diesmal eine gesonderte Analyse der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) vorgenommen. Dabei nimmt Deutschland im Bereich Phishing einen unrühmlichen Spitzenplatz ein. Weltweit ist Deutschland mit 32 Prozent aller registrierten Phishing-eMails Vizemeister. Die Autoren der Studie bezeichnen Deutschland als Phishing-Hochburg. Zudem befänden sich weltweit auch die meisten Spam-Server in Deutschland.
19 Prozent aller Online-Sicherheitsrisiken in Europa gehen nach dem Bericht von Deutschland aus. Darunter fallen neben Phishing-eMails und dem Versand von Spam auch die Verbreitung von sonstigem Schadcode im Internet. Das größte Sicherheitsrisiko sieht der Bericht in den stark ansteigenden Fällen des Identitätsdiebstahls. Insbesondere Phishing-eMails haben es auf Passwörter, PINs und Kreditkartendaten abgesehen. Hierbei hat sich ein illegaler Markt auf sog. Underground Economy Servern entwickelt. Interessenten können gestohlene Kreditkartendaten bereits jetzt für einen geringen Dollar-Betrag online erwerben. Weltweit registrierte Symantec im zweiten Halbjahr 2006 insgesamt 166.248 verschiedene Phishing-eMails. Wie der Bericht zeigt, lassen es auch Phisher dabei am Wochenende etwas ruhiger angehen. Die hohe Versandrate solcher eMails schwächte sich an Wochenenden deutlich ab. Sonderereignisse wie die Fußball-WM 2006 in Deutschland führen dagegen zu einem deutlichen Anstieg.
Mit die gefährlichsten Schädlinge sind Trojaner. In der Region EMEA beinhalten 54 Prozent aller Schadprogramme einen solchen. Der Bericht hat auch die Anzahl sog. Zero-Day-Angriffe analysiert. Solche Angriffe nutzen bestehende Sicherheitslücken in Software-Programmen aus. Im Beobachtungszeitraum verzeichnete Symantec weltweit 12 solcher Attacken (1. Halbjahr 2006: 1).
Fazit:
Der Bericht zeigt wieder einmal wie hoch die Gefahr für Endnutzer ist, Opfer von kriminellen Handlungen und schadhaften Programmen zu werden. Inzwischen zielen nahezu alle registrierten Angriffe auf den heimischen Computer. Wer neben einer Firewall auch ein regelmäßiges Update seines Anti-Viren-Programms durchführt kann die Gefahr verringern. Da es keinen 100 prozentigen Schutz geben kann, ist es wichtig das Bewusstsein und das Wissen über Risiken bei der Kommunikation und alltäglichen Geschäften im Internet zu erhöhen.
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Sicherheit im Internet: Rechtsanwalt Sören Siebert
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