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Olympia 2008: Geoblocking verhindert Olympia-Videos auf tagesschau.de

Die ARD hat ein Problem. Olympia-Videos, die beispielsweise in der Tagesschau zu sehen sind, dürfen nicht im Online-Angebot gezeigt werden. Dies liegt insbesondere daran, dass die ARD im Jahr 1996, als der Vertrag für die Übertragungsrechte mit dem IOC für Olympia 2008 in Peking unterzeichnet wurde, keine Internet-Rechte mit verhandelt wurden. Zwar wurden später Nachverhandlungen geführt, doch umfasst der erweiterte Vertrag keine Internet-Rechte für die Videos von den Spielen.

Hintergrund ist, dass das IOC für Fernsehberichte über Olympia 2008 eine regionale Begrenzung der Erreichbarkeit verlangt, damit die Rechte möglichst oft verkauft werden können und dabei noch eine gewisse Exklusivität besitzen. Werden die Olympia-Videos aber im Internet per Livestream oder on-demand gezeigt, so sind sie weltweit abrufbar und die regionale Begrenzung wäre ad absurdum geführt. Technisch bedeutet dies, dass die Videos regional gesperrt sein müssten. Technisch wird dies mithilfe des so genannten "Geoblocking“ erreicht. dabei wird anhand der IP-Adresse der aktuelle Standort des Nutzers ermittelt und je nach Rechtelage eine Freischaltung der Inhalte ermöglicht oder eben auch nicht.

Auch die Frage, inwieweit geschönte und zensierte Bilder von Olympia 2008 den Fernsehanstalten zur Verfügung gestellt werden, wird aktuell diskutiert. Kritik wird dabei insbesondere am so genannten "Weltbild" geübt. Das "Weltbild" sind die zentralen Aufnahmen von den Wettbewerben, die von dem chinesischen Organisationskomitee BOCOG und dem Tochterunternehmen des IOC "Beijing Olympics Broadcasting" hergestellt und den Rechterwerbern zur Verfügung gestellt werden. Auf diesen Bildern beruht der Großteil der Olympischen Berichterstattung. Ob die Bilder aber auch live zur Verfügung gestellt werden, wird von Experten trotz Zusicherung bezweifelt. Zur Problematik der Bildauswahl ergänzte Klaus Werner Schulz, Sportrechte-Beauftragter der ARD, in einem Interview mit tagesschau.de: "Die Kontrolle der Bilder ist das Anliegen der chinesischen Machthaber, aber die rechtlichen Beschränkungen, zum Beispiel bei der Ausstrahlung von TV-Bildern im Internet - das ist reiner Kommerz und liegt ausschließlich im Interesse des IOC. Diese detaillierten Vorgaben sind einzig und allein dafür da, den Markt, den die Olympischen Spiele darstellen - nicht nur für Fernsehbilder, sondern auch für Werbung - für das IOC möglichst gewinnbringend zu nutzen. Mit dem ursprünglichen olympischen Gedanken hat das nicht mehr viel zu tun."

Fazit:
Auch im Rahmen der Diskussionen um die Bildauswahl des "Weltbild" oder die Unklarheiten inwieweit vertragliche Absprachen tatsächlich auch eingehalten werden, zeigt sich das größte Problem von Olympia 2008 in Peking. China und das IOC wollen -aus unterschiedlichen Gründen- die Herrschaft über die Darstellung der Olympischen Spiele nicht verlieren. Gerade die Diskussionen über Internet-Zensur, Meinungsfreiheit und Pressefreiheit zeigen, dass dieses Vorhaben berechtigterweise schwerer Kritik ausgesetzt ist.

Autor: Philipp Otto

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