In Deutschland ist die Games Convention (GC) seit 2002 der größte Branchentreff für Fachbesucher und für die Öffentlichkeit wenn es um die neuesten Trends bei Computerspielen geht. Darüber hinaus werden hier aber auch Maßstäbe im Bereich der interaktiven Unterhaltung gesetzt. Bei der GC 2008 waren 547 Aussteller und über 200.000 Besucher zu verzeichnen. Die GC ist bislang fest mit ihrem Standort auf dem Messegelände in Leipzig verbunden. Dies könnte sich nun bald ändern.
Der Bundesverband interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) ist für Entwickler und Publisher eine der wichtigsten Interessenvertretungen. Der BIU plant nun ab dem kommenden Jahr die Games Convention nicht nur in GamesCom umzubenennen, sondern auch den Standort nach Köln zu verlegen. Seit vielen Monaten scheint dies ausgemachte Sache zu sein. Doch nun regt sich Widerstand. Von verschiedenen Seiten ist in den letzten Tagen zu hören, dass es Überlegungen gibt, die GC auch im kommenden Jahr in Leipzig zu halten. Insbesondere Vertreter der Leipziger Messe wollen eine sich drehende Stimmung pro Leipzig unter den Ausstellern ausgemacht haben. Sie beziehen sich dabei auf eine Umfrage des Leipziger Institut für Marktforschung unter Besuchern und Ausstellern der gerade zu Ende gegangenen GC. Auch ohne Unterstützung des BIU soll, geht es nach den Messe-Vertretern, sich im kommenden Jahr in Leipzig alles um Computerspiele drehen.
Allerdings ist fraglich, ob diese Interventionen nicht zu spät kommen. Alles deutet momentan auf eine GamesCom in Köln 2009 hin. Der BIU hält an seinen diesbezüglichen Plänen auch nach wie vor fest. Die Stimmungsmache pro Leipzig sei Augenwischerei. Der Kölner Messechef kritisiert deswegen auch die Umfrage, da nach der Standort-Alternative Köln gar nicht erst gefragt worden sei. Der BIU wird noch deutlicher. Olaf Wolter, Geschäftsführer des BIU, führt dazu aus: "An der Entscheidung wird sich nichts ändern. Wir gehen davon aus, dass es im nächsten Jahr nur eine Messe in Deutschland geben wird - und das ist die in Köln."
Fazit:
Der Standort-Streit zwischen den Messevertretern macht eines deutlich: Die Computerspiele boomt nach wie vor und stellt nicht nur für beteiligte Unternehmen einen hoch lukrativen Markt dar. Computerspiele als Teil der so genannten Creative Industries sind ein wichtiger Standortvorteil. Die Hauptargumente für einen Standortwechsel und einer Abkehr von der bisherigen Ausgestaltung sind nach Angaben des BIU insbesondere größere Wachstumschancen und eine bessere Verkehrsanbindung. Ob sich in Leipzig jedoch eine zweite kleinere Konkurrenzmesse etablieren wird, bleibt offen. Gerade in Leipzig hat man mit der Leipziger Buchmesse schonmal eine erfolgreiche Konkurrenzmesse etabliert. Diese hat am Ende sowohl der älteren Frankfurter Buchmesse als auch der in Leipzig genutzt.
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Internetrecht und Games: Rechtsanwalt Sören Siebert
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