Bis vor ein paar Jahren gab es hauptsächlich teure Software mit verschlüsseltem Quellcode auf dem Markt. Dies hatte zur Folge, dass die Software immer häufiger unautorisiert vervielfältigt wurde bzw. uninteressant für Programmierer war, weil diese die Software aufgrund der Quellcode-Verschlüsselung nicht an ihre eigenen Bedürfnissen anpassen konnten.
In den letzten Jahren hat die Bedeutung von Open-Source-Software jedoch deutlich zugenommen. Mittlerweile gibt es für viele lizenzpflichtigen Anwendungen auch schon Open-Source-Ableger, so beispielsweise Open-Office (anstatt Microsoft Office) oder den Web-Browser Firefox als Konkurrent zu dem Internet Explorer von Microsoft.
Auch immer mehr professionelle Sopftware-Schmieden beteiligen sich an der allgemeinen Entwicklung von Open-Source-Software und hoffen auf Umsätze durch den Verkauf von Handbüchern oder das Anbieten von Schulungen zur jeweiligen Open-Source-Software.
Diesem Boom hat sich nun auch die Technische Fakultät der Uni Erlangen-Nürnberg angeschlossen und die bundesweit erste Professur für Open-Source-Software ausgeschrieben. Der Lehrstuhl ist im Fachbereich Informatik angesiedelt und soll sich vor allem aus der Perspektive der Informatik mit dem Thema Open-Source auseinander setzen, um neben der betriebswirtschaftlichen und juristischen Betrachtung auch diesen Geschäftszweig mit ins Boot zu holen.
Ein Grund für diesen Schritt wird sicherlich auch das hohe regionale Interesse am Thema Open-Source sein, wenn man einmal bedenkt, dass sowohl der Betriebssystem-Hersteller von Linux – die Suse Linux AG, als auch die Open Source Business Foundation OSBG in Nürnberg ansässig ist.
Fazit:
Es ist zu begrüßen, dass nun auch die erste Universität dem allgemeinen Trend hin zur Open-Source-Software folgt – bleibt abzuwarten, ob sich dem auch weitere Universitäten anschließen.
Autor: Florian Skupin
Rechtsberatung Internetrecht: Rechtsanwalt Sören Siebert
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