Ende August diesen Jahres hat der Künstler Johannes Kreidler ein Video seines Telefonates mit der GEMA im Internet veröffentlichte und darin angekündigt, alle 70.200 Musikzitate bei der GEMA ordnungsgemäß anzumelden, die er für den Zusammenschnitt seines 33-sekündigen Werkes „product placement“ verwendet hat. Mit dieser Aktion wollte Kreidler gegen die überholten Strukturen bei der GEMA protestieren.
Wie nun bekannt wurde, hat er seine Ankündigung jedoch nicht wahr gemacht, alle 70.200 Vordrucke für die Meldung der Benutzung von Musikzitaten anderer Komponisten persönlich mit einem LKW bei der GEMA abzuliefern und dort zu lassen. Kreidler war zwar mit dem LKW angereist, hat sich nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen bei der GEMA jedoch dazu entschieden, die 70.200 Meldebögen wieder mitzunehmen.
Der Grund ist ganz einfach, hatte die GEMA doch durchblicken lassen, dass ihrer Rechtsauffassung nach die von Johannes Kreidler verwendeten Musik-Schnipsel keine urheberrechtliche Schöpfungshöhe erreichten, da eine entsprechende Schöpfungshöhe nur dann erreicht werde, wenn die fremden Musikzitate für den Hörer erkennbar dem Stück zugrunde gelegt würden, was bei 70.200 Musikzitaten auf 33 Sekunden ja wohl nicht der Fall sei. Kommentar von Kreidler: Er wolle mit seiner Protestaktion ja nicht den ganzen Betrieb bei der GEMA lahmlegen.
Fazit:
Eine kluge Aussage der Verantwortlichen bei der GEMA, mit der sie sich viel Arbeit erspart haben – man stelle sich nämlich einmal vor, wie lange die Bearbeitung der vom Künstler eingereichten Formulare wohl gedauert hätte. Nichtsdestotrotz darf man gespannt sein, ob andere Künstler ähnliche Protestaktionen starten.
Autor: Florian Skupin
Rechtsberatung Internetrecht: Rechtsanwalt Sören Siebert
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