Die Oracle Corporation ist der zweitgrößte Software-Hersteller der Welt. SAP ist aktuell führender Software-Produzent in Europa und weltweit die Nummer drei. Aktuell geht Oracle mit einer Klage gegen SAP vor. Der Vorwurf lautet: Betriebsspionage. Oracle wirft dem Konkurrenten vor, sich widerrechtlich Zugang zu einer mit einem Passwort geschützten Oracle-Website verschafft zu haben. Dort soll SAP mehrere tausend Dokumente herunter geladen und somit gestohlen haben.
Die laufende Klage gegen SAP wurde nun geändert und inhaltlich nochmals stärker untermauert. In der geänderten Fassung legt Oracle nach eigenen Angaben Beweise vor, wie sich SAP den illegalen Zugang verschafft haben soll. Die gespeicherten IP-Adressen sollen auf das US-Unternehmen TommorowNow verweisen. Diese ist eine Tochtergesellschaft der SAP. TommorowNow kooperiert auch mit Oracle.
Die dort vereinbarte vertragliche Nutzung und der Zugang zu Software und Diensten von Oracle soll massiv überschritten worden sein. Oracle sieht den Weg der Klage als einzig richtigen an und schloss eine außergerichtliche Einigung grundsätzlich aus. Über die Höhe des entstandenen Schadens will das US-Software-Unternehmen erst im Laufe der Verhandlung Stellung nehmen. SAP hat angekündigt, sich Anfang Juni zu den erhobenen Vorwürfen zu äußern.
Fazit:
Betriebsspionage ist ein oftmals unterschätzter Bereich in Unternehmen. Besonders ärgerlich wird es dann, wenn der Verdacht auf direkte Mitbewerber fällt. Es ist jedoch immer im Einzelfall genau zu untersuchen, ob tatsächlich ein solcher Fall vorliegt.
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Patentrecht und Urheberrecht in Unternehmen: Rechtsanwalt Sören Siebert
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