Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft warnen vor betrügerischer Internet-Autovermittlung der Firma 'EU-Car Zentrale'
Wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betruges haben Ermittler des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA) im Auftrag der Staatsanwaltschaft Ravensburg 12 Wohnungen und Büroräume von drei Tatverdächtigen in Baden-Württemberg, Hessen und Österreich durchsucht.
Der 33-jährige mutmaßliche Drahtzieher aus dem Bodenseekreis wurde vorläufig festgenommen. Er soll als faktischer Geschäftsführer der Firma „EU-Car Zentrale“ im Internet betrügerisch Neuwagen vermittelt und damit eine noch nicht abschließend bekannte Anzahl von Kunden finanziell geschädigt haben. Der Beschuldigte wurde dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.
Die „EU-Car Zentrale“ wirbt seit über einem Jahr im Internet damit, Neuwagen, Jahreswagen und Jungwagen aller gängigen Marken und Modelle mit Preisabschlägen von 30% und mehr, auf den deutschen Fahrzeug-Listenpreis, verkaufen zu können. Den Interessenten werden dabei zwei Abwicklungsmodelle angeboten. Eine Variante ist der Barkauf mit Eigentumsübergang auf den Kunden nach 12- oder 24-Monaten; die zweite Variante der Mietkauf mit bis zu 60-monatiger Finanzierungsdauer. Den Interessenten wird versprochen, die Fahrzeuge innerhalb der marktüblichen Lieferfrist zur Verfügung zu stellen, sobald eine 30% Anzahlung auf den Kaufpreis nach Vertragsschluss bezahlt ist oder beim Mietkaufmodell nach Erbringung einer 30% Anzahlung und dem erklärten Einverständnis zur Bezahlung der monatlichen Leasingraten.
Nachdem mehrere Kunden aus dem In- und Ausland Anzeige erstatteten, weil sie Anzahlungen geleistet und innerhalb der zugesagten Lieferfristen keine Fahrzeuge ausgeliefert bekamen, wurden Ermittlungen eingeleitet.
Nach den bisherigen Feststellungen gehen die Staatsanwaltschaft und das LKA davon aus, dass eine Vielzahl von Kunden Kaufverträge und Mietkaufverträge abgeschlossen und auch bereits Anzahlungen und/oder Ratenzahlungen geleistet, ohne dafür ein Fahrzeug erhalten zu haben. Nachdem die „EU-Car Zentrale“ die angebotenen Autos zum Teil im eigenen Namen bei deutschen Autohäusern kauft bzw. finanziert, kann ein Kunde, dem dieses Fahrzeug nur überlassen wird, daran kein Eigentum erwerben. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg und das LKA gehen davon aus, dass es sich um ein typisches, schneeballartiges Betrugssystem handelt und die wenigen ausgelieferten Fahrzeuge mit den Geldern von Neukunden bezahlt werden. Allein für das Bundesgebiet und angrenzende Länder dürfte der verursachte Gefährdungsschaden im Millionenbereich liegen. In diesem Zusammenhang warnt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg die Bevölkerung vor derartigen Fahrzeugangeboten und -vermittlungen.
Quelle: LKA Baden-Württemberg
http://www.lka-bw.de/
Fazit:
Auch wenn Vorkassezahlung im Internet immer häufiger als einzige Zahlungsform angeboten wird, sollte man bei bestimmten Rechtsgeschäften die Finger davon lassen. Wenn der mp3-Player für 99 Euro nach Zahlung nicht geliefert wird, kann man dies nach verkraften. Wenn ein Neuwagen mit bis zu 30% des Neupreises angezahlt wird und das Auto dann nicht geliefert wird, kann dies jedoch zum finanziellen Ruin der Betroffenen führen.
Hier kann man bei größeren Summen nur raten: Finger weg von Vorkasse!
Rechtsanwalt Sören Siebert – Rechtsberatung Vertragsrecht
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