Der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert in einem Konzeptpapier mehr Sicherheit im Internet. Das Papier, das bereits der Bundesregierung vorliegt, sieht neben einer Aufklärungskampagne unter dem Motto „Der 8. Sinn im Netz“ auch den Einsatz von virtuellen „Notrufsäulen“ vor.
Laut BDK-Chef Klaus Jansen gegenüber der Osnabrücker Zeitung, sei das Konzept bereits „schlüssig und technisch ausgereift“ und sofort umsetzbar. Aufgrund von „dramatisch wachsender Kriminalität im Internet“ forderte Jansen gegenüber dem Blatt auch eine Umsetzung des Modells noch vor der Bundestagswahl im September.
Ginge es nach den Kriminalbeamten, so könne sich künftig jeder Bürger eine Software bei den Datenschutzbehörden sowie den Ministerien für Familie und Verbraucher herunterladen. Nach der Installation stünde ihm dann eine virtuelle „Notrufsäule“ zur Verfügung. Mit dieser gelange man, laut dem vorgelegten Konzept, zu einer Netz-Notrufzentrale, die rund um die Uhr von Beamten besetzt sei. Auch Psychologen und Soziologen sollen hier auf Abruf bereit stehen. Wer gar auf rechtswidrige Inhalte stoße, könne mit Hilfe der heruntergeladenen Software Screenshots anfertigen und diese „in Echtzeit“ an die Notrufzentrale weiterleiten. Das sei „schneller und einfacher als ein Anruf bei der 110“, erklärte Jansen.
Finanziert werden soll das Projekt durch den Bund, sowie durch die großen Internet-Provider. Als Träger sieht das Konzept eine Stiftung vor, in der neben Daten- und Jugendschützer, auch Internet- und Sicherheitsexperten vertreten sein sollen.
Fazit:
Ob der BDK mit seinem Konzept für ein sicheres Internet Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Scheitern dürften die Pläne wohl aber weniger an Widerständen aus der Politik, als viel mehr in den eigenen Reihen. Nur wenige, rund ein Prozent, der Beamten sind bisher „fit fürs Netz“, wie es BDK-Chef Jansen selbst zugeben musste. Für eine „Web-Polizei“ ist das freilich zu wenig. Kritik dürfte es auch an der eher geringen Anonymität der „Notrufsäulen“ geben. Denn laut dem BDK-Modell erfolgt eine Meldung unter Angabe von Name und E-Mail. Für manchen ein eher unangenehmer Beigeschmack.
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