Die Handy-Nutzer in den sechs afrikanischen Staaten Gabun, Uganda, Tansania, Kenia, der Republik Kongo und der der Demokratischen Republik Kongo können seit Mitte letzter Woche grenzübergreifend zum Inlandstarif telefonieren. Das Mobilfunkprojekt des Anbieters Celtel aus Kuwait kommt dabei ganz ohne kostenintensive Roaming-Gebühren aus.
Unter dem Motto "Connects the people of Africa" ist das Projekt "One-Network" damit in weiteren Ländern gestartet. Bereits letztes Jahr konnten sich die Mobilfunkkunden in drei afrikanischen Staaten über diesen Service freuen. Mit der aktuellen Ausweitung umfasst das Netzwerk jetzt 160 Millionen potentielle Kunden. Dabei ist bereits eine weitere Ausweitung auf die Staaten Malawi, Niger, Tschad, Sambia, Sierra Leone, Madagaskar, Burkina Faso, den Sudan und Nigeria geplant. In Afrika wird damit Wirklichkeit wovon die Handykunden in der EU bislang nur träumen.
Celtel besetzt damit gezielt den afrikanischen Mobilfunk-Markt, der von den amerikanischen und europäischen Unternehmen bislang stark vernachlässigt wurde. Dies verwundert, da Mobilfunk in Afrika aufgrund oftmals fehlender Festnetz-Infrastruktur und zur Nutzung des Internet eine herausragende Rolle zukommt.
Nachdem das europäische Parlament ein entsprechendes Gesetz für die Handhabung in der EU beschlossen hatte, stimmten Anfang Juni 2007 auch die 27 zuständigen EU-Minister der neuen Regelung zu. Danach dürfen die Roaming-Gebühren für deutsche Kunden nicht mehr als 58,3 Cent für abgehende und 28,5 Cent für eingehende Gespräche auf dem Handy betragen. Noch ungeklärt ist allerdings, ob dies bereits zur Hauptreisezeit im Sommer 2007 realisiert ist. Bis Ende Juni müssen die Mobilfunkanbieter ihre Kunden über die neuen Tarife informieren. Diese müssen sich dann binnen zwei Monaten für eine spezielle Roaming-Abrechnung oder den neuen EU-Tarif entscheiden.
Fazit:
Die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt der Roaming-Gebühren in Afrika zeigt, dass es der EU, aufgrund der Vorstellungen der großen Mobilfunkanbieter schwer fällt, die Verbraucher noch besser vor teuren Gebühren für Auslandsgespräche und Gespräche aus dem Ausland zu schützen. Der Finanzchef von Celtel kommentierte dies in einer Pressemeldung mit den Worten: "Unser Netzwerk zeigt, wie innovativ Afrika sein kann".
Autor: Philipp Otto
Rechtsberatung Mobilfunk und Recht: Rechtsanwalt Sören Siebert
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