Nachdem der Dienst ‚Street View’ des Online-Giganten Google seit Monaten in Deutschland für Bedenken bei Datenschützern sorgte, waren durch verschiedene Kompromisse die gröbsten Probleme beseitigt. Nun musste Google aber zugeben, entgegen anderslautender Beteuerungen auch Daten aus ungeschützten drahtlosen Netzwerken aufgezeichnet zu haben.
Spezialkamera speicherte heikle Informationen
Wie Google nun bekannt geben musste, archivierte die Kamera, welche die 360°-Ansicht von ganzen Städten ermöglicht, versehentlich weitere Daten. Diese Informationen sind nach Angaben des US-amerikanischen Konzerns Fragmente des Datenverkehrs von öffentlichen Funknetzwerken. Eben jene Überbleibsel könnten Teile von E-Mails oder Informationen über Aufrufe von Webseiten sein.
Bislang war das Vorgehen Googles bei der Datensicherung nicht bekannt. Nach dem neuen Fall fordert nun der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, dass der Suchmaschinenmonopolist die Datenbestände zur Begutachtung frei gibt. Das Einsehen der archivierten Daten stellt sich jedoch als problematisch heraus. Die Datenträger der Kameras können nur in den USA ausgelesen werden. Eine entsprechende Analyse wird inzwischen vorbereitet.
Google entschuldigt sich öffentlich
Kurz nach Bekanntgabe des Fehlers entschuldigte sich die Leitung des Internet-Giganten für dieses flagrante Unglück. Doch wird diese Entschuldigung allein nicht für Verständnis bei Bürgern und Datenschützern sorgen. Schließlich hat Google bis heute trotz häufigen Anfragens keinen Einblick in die Datenarchivierung geduldet. Erst wenn die Analyse der Speichermedien abgeschlossen ist, wird sich zeigen, wie in der Öffentlichkeit mit diesem Schnitzer umgegangen wird.
Fazit:
Es bleibt abzuwarten, was die Analyse der Festplatten zu Tage bringt und auf welche Art und Weise der Internet-Riese mit den gewonnnen Angaben umgeht. Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass ein Jurist aus Deutschland Strafanzeige wegen des Abfangens und Ausspähens von Daten gegen Google gestellt hat.
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