Nachdem Google den Browser ‚Chrome’ und die Softwareplattform ‚Android’ startete, zeigte der Internet-Gigant, wie er neue Entwicklungen marktreif verpacken konnte und damit das Internet für jeden potentiellen Nutzer ein Stück mehr in den Mittelpunkt rücken konnte. Dabei verschaffte sich Google eine Plattform, von der aus jede weitere Neuerung initiiert werden kann. Der neuste Streich ist der Versuch, Anteile vom Fernsehen für sich zu beanspruchen: Google TV’.
Wie ein Medium alle anderen Medien beeinflusst
In der kurzen Geschichte des Internets wird deutlich, wie ein Medium, nämlich das Netz, das Radio, den gesamten Musikmarkt, Printmedien und Bücher einholte und überholte. Denn das Internet arbeitet intermedial und in ihm verschmelzen die älteren Medien und bieten dem Nutzer so ein komplettes Informationsangebot. Nur das Fernsehen konnte sich als letzte Bastion halten und steht weiterhin in jedem Wohnzimmer. Daran wird auch Google nichts ändern, denn der Internet-Monopolist will daran gar nichts ändern. Im Gegenteil, Google will mit in das Wohnzimmer, statt ‚nur’ auf dem Heimcomputer, Laptop oder Handy vertreten zu sein. Der Suchmaschinenanbieter versucht damit das, was schon viele versuchten und daran scheiterten, doch nun stehen die Chancen gut.
Ab Herbst 2010 verfügbar
Die Möglichkeiten, die Google TV bereitstellen soll, sind innovativ: So soll es dem Nutzer möglich sein, direkt nach einer Sendung oder Werbung am gleichen Gerät im Internet nach weiteren Informationen oder Kaufmöglichkeiten zu suchen. Weiterhin macht sich Google den Bild-im-Bild-Modus zu Nutze, sodass ein Bild das Internet ist, indem beliebig gesurft werden kann, und ein Teilbild die Lieblingssendung zeigt.
Neben diesen Neuerungen fährt Google mit hochrangiger Unterstützung auf. So will Sony einige Fernseher mit der neuen Plattform ausstatten, wobei es jedoch auch allen anderen Elektronik-Firmen offen steht, Sony dies gleich zu tun. Der nächste Partner, Logitech, stellt eine Box bereit, welche das Internet mit dem Fernsehen technisch verbindet. Der dritte und nicht minder starke Partner Intel sorgt mit Chips im Inneren der Geräte für die nötige Leistung.
Fazit:
Google stellt sich der größten Konkurrenz und versucht das Internet im Fernsehen massentauglich zu integrieren. Rob Enderle von der Unternehmensberatung Enderle Group sieht in der Umsetzung die größten Probleme, so berichtet stern.de. Der Internet-Riese müsse es schaffen, dass die Box im Wohnzimmer ab Verkaufsbeginn fehlerfrei und technisch einfach realisierbar zur Verfügung stehe. Eine familienfreundliche Filterfunktion, wie es sie am Heimcomputer bereits gibt, sollte Google laut Richard Doherty, Direktor der Beraterfirma Envisioneering Group, ebenfalls bereitstellen.
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