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iPhone oder Google Android - warten oder zuschlagen?

Am heutigen Tag startet der Verkauf des iPhone von Apple in Deutschland und Europa. Die Exklusivpartnerin für den deutschen Markt ist die Telekom. Der Bonner Telekommunikationskonzern hofft beim Verkaufsstart auf einen ähnlichen publikumswirksamen Erfolg wie in den USA. Allerdings werden die Bedingungen unter denen das Gerät verkauft wird, heftig kritisiert. Zudem hat just ein paar Tage vor dem Start ein neuer Konkurrent die Bühne betreten. Der Suchmaschinen-Betreiber Google hat angekündigt zusammen mit weiteren Unternehmen eine „revolutionäre Handy-Software“ mit dem Namen "Android" zu entwickeln.

Bei vielen Kunden und Konkurrenten der Telekom hat das exklusive Verkaufsrecht des iPhone in Deutschland für Missstimmung gesorgt. Da das Gerät mit einer SIM-Lock-Sperre versehen ist, die die Nutzung nur im Zusammenhang mit einem neu abzuschließenden Vertrag mit der Telekom ermöglicht, bleiben viele Interessierte außen vor. Hohe zusätzliche monatliche Kosten kommen zu dem im Vergleich zu den USA deutlich höheren "Startpreis" von 399.- Euro für das iPhone hinzu. Zudem müssen sich Kunden 24 Monate an den Konzern binden.

Wer Kunde eines anderen Anbieters ist, muss überlegen, ob er sich das iPhone als Zweitgerät zulegt und somit über die Frage des Nutzens und der zusätzlichen finanziellen Belastung entscheiden. Die Bindung eines Mobilfunkgerätes an nur einen Anbieter mag für diesen zwar deutliche Vorteile haben, für Kunden bringt es aber auch viele Nachteile. Nicht umsonst ist es in Deutschland inzwischen nicht mehr üblich ein bestimmtes Gerät nur im Zusammenhang mit einem langfristigen Vertrag eines Anbieters erhalten zu können. Ob sich die Telekom und Apple damit einen Gefallen tun, bleibt abzuwarten.

Auch die strategisch günstig platzierte Ankündigung von Google in einem Konsortium ("Open Handset Alliance") unter anderem mit den Telekom-Konkurrenten LG. HTC, Motorola und Samsung neben weiteren Netzbetreibern und Softwareunternehmen eine völlig neuartige Software als Kernstück des Multimedia-Handys der Zukunft zu entwickeln, wird Einfluss auf den Verkauf des iPhone in Deutschland haben.

Das besondere an der angekündigten Software "Android" wird sein, dass diese auf offenen Standards basiert. Technisch soll das neue System auf Linux und Java basieren und dabei unter Open-Source-Bedingungen veröffentlicht werden. Wie die Open Handset Alliance angekündigt hat, soll damit das Handy von seinen proprietären Fesseln befreit werden und die Anwendungs- und Entwicklungsmöglichkeiten den Nutzern und nicht mehr nur einzelnen Konzernen ermöglicht werden. Mit Geräten, die auf der Software "Android" basieren, ist nach Angaben des Konsortiums in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 zu rechnen.

Fazit:
Es ist kein Zufall dass Google & Co bewusst eine Software zur Anwendung unter Open-Source-Bedingungen veröffentlichen wollen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Popularität und Verbreitung wesentlich schneller und effektiver voranschreitet als unter engen Bedingungen. Da die Telekom und Apple mit dem Verkauf des iPhones genau den entgegen gesetzten Weg einschlagen wird deswegen vielfach hart kritisiert. Ob das iPhone unter den jetzigen Verkaufsbedingungen in Deutschland trotzdem ein Erfolg wird, bleibt abzuwarten. Die Erfahrungen in den USA haben gezeigt, dass man meist nur wenige Monate warten muss, bis sich die Verkaufsbedingungen entscheidend verbessern. Zudem machen erste Gerüchte im Internet die Runde, dass die Telekom und Apple planen, das Gerät auch ohne SIM-Lock-Sperre zu vertreiben. Dann könnten alle Nutzer das Gerät erwerben und mit ihrer SIM-Karte des bestehenden Anbieters telefonieren und surfen. Bislang gibt es dafür aber noch keine Bestätigung von den beteiligten Konzernen.

Autor: Philipp Otto

Rechtsberatung Telekommunikation und Internetrecht: Rechtsanwalt Sören Siebert


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