Die Lage auf dem Zeitungsmarkt ist angespannt und das nicht erst seit Beginn der Finanzkrise. Schuld ist – zumindest für die Verlage und Agenturen – vor allem das Internet. Blogs und Newsaggregatoren machen den traditionellen Blättern Konkurrenz und auch die Werbekundschaft hat seit langem die schier endlosen Marketingmöglichkeiten des Internets für sich entdeckt.
Doch nicht selten wird das Geld mit teils unlizensierten Inhalten verdient. Besonders ärgert dies Dean Singleton, Vorsitzender der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Im Visier hat er neben Bloggern, die nicht selten großzügig aus den Texten seiner Agentur zitieren und sich dabei auf Fair-Use-Regelungen berufen, auch so genannte Newsaggregatoren. Diese leisten im Grunde keine eigene journalistische Arbeit, sondern funktionieren prinzipiell wie eine Suchmaschine für Nachrichteninhalte, indem sie diese sammeln, zum Teil aufbereiten und auszugsweise auf eigenen Seiten veröffentlichen.
AP-Chef Singleton jedenfalls will dem nicht weiter tatenlos zusehen und kündigte deshalb auf der jüngsten Jahreshauptversammlung an dem Treiben ein Ende zu machen und fand dafür teils harte Worte. Man sei „stinksauer“ sagte er und werde deshalb nicht weiter zusehen wie „andere sich auf Grundlage fragwürdiger Rechtskonstrukte einfach unsere Arbeit schnappen.“
Die US-Agentur plane deshalb ein System entwickeln zu lassen, mit dessen Hilfe sich überprüfen lässt, ob ein Anbieter die Inhalte legal oder ohne Lizenz im Internet verbreitet. Ähnliches hat auch das deutsche Gegenstück der Associated Press, die Deutsche Presse-Agentur (dpa), angekündigt.
Fazit:
Ob von der Drohung der Associated Press auch deutsche Blogger und Unternehmen betroffen sein werden oder vorerst nur US-Amerikanische, bleibt vorerst offen. Doch sollten Blogger grundsätzlich von allzu großzügigen Zitaten absehen und Inhalte lieber in eigenen Worten formulieren.
Autor: Christian Hense
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