Rund 1,06 Milliarden Euro fordert die EU-Kommission vom US-Chiphersteller Intel - Rekord. Kein Unternehmen zuvor wurde von der EU so hart wegen eines Wettbewerbsverstoßes bestraft wie der US-Konzern.
"Es gab absolut keinen Schaden für die Verbraucher. Intel wird dagegen klagen", erklärte Konzernchef Paul Otellini rund eine Stunde nach Bekanntgabe der Rekord-Kartellstrafe. Nach Ansicht von Intel sei die Entscheidung der EU-Kommission falsch und ignoriere den starken Wettbewerb unter den Herstellern.
Für die EU ist der Fall jedoch eindeutig: Intel nutzte nicht nur seine marktbeherrschende Stellung aus um Wettbewerber systematisch vom Markt zu drängen, sondern schränkte gleichzeitig auch die Wahl der Verbraucher ein. So soll der US-Konzern der Media Saturn Holding (Media Markt, Saturn) großzügige Rabatte gewährt haben, unter der Bedingung, dass nur Computer mit Intel-Chipsatz verkauft würden. Auch Computerhersteller sollen Rabatte und Prämien erhalten haben, wenn diese fast ausschließlich Chipsätze von Intel verbauten oder gar die Markteinführung von Modellen mit AMD-Chips erheblich verzögerten.
Intel-Konkurrent AMD begrüßte die Entscheidung der Kommission: Nun würde die Kommission den "Monopolist in seine Schranken weisen" und die Marktmacht wieder den Computerhersteller und den Verbrauchern zurückgeben, heißt es in einer ersten Stellungnahme des Mitbewerbers, auf dessen Beschwerde hin die Kommission gegen Intel ermittelt hatte. Konzernchef Otellini wirft der Kommission hingegen vor, wesentliches Beweismaterial, das den in der Entscheidung aufgeführten Anschuldigungen widerspreche "außer Acht gelassen zu haben oder es abgelehnt zu haben, dieses einzuholen." Auch betonte er, niemals Produkte unterhalb der Herstellungskosten verkauft zu haben.
Fazit:
Zwischen Intel und AMD tobt ein erbitterter Machtkampf, ein Kampf David gegen Goliath: Rund 80 Prozent Marktanteil, gegen ca. 17 Prozent. Mit der Entscheidung der Kommission endet nun vorerst ein fast zehnjähriger Machtkampf und läutet gleichzeitig die nächste Runde ein.
Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Link heraus.
Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Link heraus.
Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Link heraus.