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XAML statt HTML - Ärger für Microsoft wegen Windows Vista

Die Markteinführung des neuen Microsoft Betriebssystems Windows Vista ist begleitet von Verzögerungen, Kritik und drohenden rechtlichen Konsequenzen. Erst letzte Woche musste Microsoft einen Umsatzeinbruch von 28% für das vierte Quartal 2006 bekannt geben. Schuld war die verzögerte Auslieferung von Windows Vista und des Softwarepakets Office 2007. Nun droht dem Computerkonzern weiterer Ärger durch die Konkurrenz. Der Branchenverband ECIS (European Committee for Interoperable Systems), in dem Unternehmen wie Sun Microsystems, IBM, Nokia, Opera, Red Hat und Adobe mit dem Ziel eines offenen Wettbewerbs organisiert sind, will gegen das neue Betriebssystem vorgehen.

Hintergrund ist die Verwendung der Programmiersprache XAML (eXtensible Application Markup Language). ECIS befürchtet den Aufbau eines neuen Monopols. Wie der Verband erklärte, sei Windows Vista grundlegend von XAML abhängig und nicht kompatibel mit anderen Plattformen. XAML ersetzt dabei die herkömmliche Sprache HTML. Zwar will Microsoft mit Hilfe der “Windows Presentation Foundation everywhere” eine Nutzung auch auf anderen Plattformen ermöglichen, doch ist dies in der Praxis nur eingeschränkt möglich. Bereits im vergangenen Jahr hat ECIS deswegen bei der EU-Kartellbehörde Beschwerde eingereicht. Der Verband beruft sich dabei auf eine Entscheidung der EU-Kommission aus dem Jahre 2004. Damals wurde Microsoft der Aufbau und Missbrauchs eines “Quasi-Monopols” (nach Artikel 82 EG-Vertrag) vorgeworfen und der Konzern zu einer Strafzahlung in Höhe von 497,2 Millionen Euro verpflichtet. Die Verwendung von XAML stellt nach Ansicht des Branchenverbandes einen ähnlichen Fall der Bildung eines Monopols dar. ECIS forderte die EU nun auf, die eingereichte Beschwerde schnell zu prüfen.

Microsoft muss sich aktuell auch Vorwürfen erwehren, dass Windows Vista durch die eingesetzte RMS (Rights Management Services) -Technologie ein Monopol bei der Verwertung von digitalen Inhalten auf dem PC errichtet. Zudem verhindert der DRM (Digital Rights Management) - Schutz des neuen Betriebssystems auf vielen aktuellen PCs das Abspielen von hochauflösenden Filmen in den Formaten HD – DVD und Blu – Ray.

Autor: Philipp Otto

Rechtsberatung Wettbewerbsrecht: Rechtsanwalt Sören Siebert


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