Shopping - Plattformen: Hood.de klagt gegen Preisparität von Amazon.de

(0 Bewertungen, 0 von 5)

Laut Medienberichten soll es demnächst vor dem Landgericht Köln zu einer Klage des Online-Händlers Hood.de gegen die Preisparität von Amazon.de kommen. Problem ist nämlich, dass Amazon es seinen Marketplace Händlern verbietet, andernorts billiger zu verkaufen als auf Amazon.de.

Laut Medienberichten soll es demnächst vor dem Landgericht Köln zu einer Klage des Online-Händlers Hood.de gegen die Preisparität von Amazon.de kommen. Problem ist nämlich, dass Amazon es seinen Marketplace Händlern verbietet, andernorts billiger zu verkaufen als auf Amazon.de.

Was ist passiert?

Bei Hood.de handelt es sich um einen der größten Online-Marketplätze Deutschlands. Das Unternehmen hat nun Klage beim Landgericht Köln gegen Amazon.de eingereicht. Grund der Klage ist, dass Amazon seine Händler auf Amazon Marketplace dazu verpflichtet, auf anderen Internetseiten, auf denen diese Händler ebenfalls ihre Waren anbieten, mindestens die gleichen Preise wie auf Amazon zu verlangen, also keineswegs ihre Produkte woanders günstiger anzubieten als auf Amazon (sog. Preisparität). Dies gilt sogar dann, wenn sie die Ware im eigenen Online-Shop anbieten.

Obwohl Amazon diese Regelung in ihren Verträgen mit den Marktplatz Händlern trifft, haben Letztere beim Verkauf ihrer Waren auf Amazon trotzdem hohe Provisionen zu zahlen.

Welches Problem hat Hood.de genau mit der Preisparitätsklausel?

Durch die Preisparitätsklausel werden die Händler auch auf anderen Plattformen, auf denen sie ihre Produkte anbieten, in ihrer Preisgestaltung eingeschränkt. Denn durch die hohen Provisionen, welche Amazon verlangt, werden Händler quasi verpflichtet, plattformübergreifend in allen Online-Shops, auf denen sie ihre Waren anbieten, zu dem erhöhten Preis anzubieten. Dies gilt sogar, obwohl in anderen Online-Shops geringere Provisionen anfallen.

Der Geschäftsführer von Hood.de, Ryan Hood, sieht nicht nur die Händler als Verlierer dieser Klausel, sondern auch die Kunden. Denn nach seiner Ansicht müssen die Kunden auch dann, wenn sie gar nicht auf Amazon.de, sondern in einem Online-Shop die Ware kaufen, immer die Verkaufsprovision von Amazon mitbezahlen. Eingesparte Provisionsgebühren auf anderen Online-Shops können also nicht an die Kunden weitergegeben werden. Hood.de sieht darin insbesondere eine Verletzung von Kartellrecht, da hiermit ein Mindestpreis für alle Vertriebskanäle festgesetzt wird.

Fazit

Anzeige

Händler, die ihre Waren auf Amazon anbieten möchten, werden durch die sog. Preisparitätsklausel von Amazon gezwungen, in allen anderen Online-Shops, in denen ebenfalls die Waren verkauft werden, entweder den gleichen Preis oder mehr zu verlangen. Andernfalls droht für den Händler der Ausschluss aus dem Amazon Marktplatz.

Es bleibt daher zum einen abzuwarten, wie das Landgericht Köln über die Klage des Online-Marktplatzes Hood.de entscheidet. Zum anderen bleibt weiter zu beobachten, ob und wie das Bundeskartellamt gegen Amazons Preispolitik vorgehen wird.

Sie dürfen diesen Beitrag gern verlinken.

Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Link heraus.

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Flugbuchungen online: Reiseportale und Airlines dürfen bei den Preisangaben nicht mehr tricksen Flugreisen kann man bequem online buchen. Gerade bei den Preisen ist es aber üblich, dass zu dem beworbenen Preis noch eine Reihe zusätzlicher Kosten kommt. D...
Weiterlesen...
Check24: Verband verklagt Vergleichsportal wegen Vermittlungsprovisionen Everybody dance now! Die Werbung nervt, ist aber extrem erfolgreich. Allerdings hat Check24 nun juristischen Ärger. Der „Bundesverband Deutscher Versicherungs...
Weiterlesen...
Vorsicht bei Werbung: Unternehmen dürfen nicht mit „Anmeldegebühr“ werben Das Wettbewerbsrecht verfolgt u.a. das Ziel, die Kunden vor Irreführungen zu schützen. Das Landgericht Wiesbaden musste sich in diesem Zusammenhang fragen, ob...
Weiterlesen...
Werbung: „Teekanne“ verliert im Streit um Himbeer-Vanille Tee Erst BGH, dann EuGH und nun wieder BGH: Der Rechtsstreit um den Tee „Felix Himbeer-Vanille Abenteuer“ vom Hersteller „Teekanne“ ist entschieden. Die Verpackun...
Weiterlesen...
Sex sells: Wie viele Orgasmen stecken in 7 Kondomen? „Das Image von Kondomen könnte besser sein“, dachte sich ein Unternehmen aus Berlin und möbelte die eigene Produktverpackung auf. Der aufgedruckte Werbeslogan w...
Kommentar schreiben


Sicherheitscode Aktualisieren

Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...

eRecht24 Live-Webinare

 

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

Sören Siebert auf

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

video tutorials teaser

eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

Mehr Informationen

webinar teaser

Live-Webinare mit Rechtsanwalt Siebert

Sie fragen, Rechtsanwalt Siebert antwortet. Aktuelle Themen, umfassend und Schritt für Schritt erklärt: So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Informationen