Anzeige

Werkvertragsrecht

(0 Bewertungen, 0 von 5)

Das neue Werkvertragsrecht (Herstellen einer Sache, etwa individuelle Software auf Kundenwunsch) ist im wesentlichen an des Kaufrecht angelehnt. Deshalb werden hier nur die Unterschiede zum Kaufrecht dargestellt.

Die Rechte des Bestellers (Kunde) einer Sache und die Verjährung von Ansprüchen entspricht den Regelungen im Kaufrecht.

Grundsätzlich besteht natürlich auch nach neuem Recht die Pflicht des Unternehmers darin, ein mangelfreies Werk abzuliefern. Für die Beurteilung, ob ein Mangel vorliegt oder nicht, ist zunächst auf die zwischen den Parteien vereinbarte Beschaffenheit abzustellen. Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller Nacherfüllung verlangen oder den Mangel auf Kosten des Unternehmers selbst beseitigen lassen, § 634 BGB. Er hat weiter das Recht auf Schadensersatz, kann den Preis mindern oder vom Vertag zurücktreten. Im wesentlichen nichts neues zur alten Rechtslage.

Neu ist jedoch das Recht des Unternehmers, nach seiner Wahl zu entscheiden, ob die Mängel beseitigt werden oder ob die Sache neu hergestellt werden muss. Die Nacherfüllung kann verweigert werden, wenn sie mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden ist. Die dadurch entstehenden Transport- oder Materialkosten hat der Unternehmer zu tragen. Beseitigt der Unternehmer den Mangel nicht oder schlägt die Nachbesserung fehl, kann der Kunde entweder den mangel auf Kosten des Unternehmers selber beseitigen. Er kann sich vom Vertrag lösen, den Preis mindern und daneben Schadensersatz verlangen. Auch im Werkvertragsrecht werden Sachmängel und Rechtsmängel in Zukunft gleichgestellt.

Anzeige

Neu sind auch die Vorschriften über einen Kostenvoranschlag in § 632 BGB. Über die Frage, ob ein Kostenvoranschlag zu vergüten ist, enthielt das alte Recht keine Regelungen. Nun wird klargestellt, dass ein Kostenvoranschlag im Zweifel (d.h. bei fehlender Absprache, die der Unternehmer beweisen muss) nicht zu vergüten ist.

Der Beginn der Verjährung von Mängelansprüchen ist im Werkvertragsrecht im Grundsatz auf den Zeitpunkt der Abnahme des Werkes festgelegt, § 634a BGB.
Neu ist hier die Unterscheidung zwischen körperlichen und unkörperlichen (geistigen) Werken in § 634a BGB. Bei unkörperlichen Werke beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist 3 Jahre. Hierbei beginnt die Frist erst mit Kenntnis des Mangels zu laufen. Dadurch soll vermieden werden, dass Gewährleistungsfristen, etwa bei langfristigen Beratungsleistungen, zu laufen beginnen, bevor der Mangel festgestellt wurde.
In den übrigen Fällen der Herstellung oder Veränderung von körperlichen Sachen beträgt die Gewährleistungsfrist 2 Jahre, beginnend mit der Abnahm des Werkes. Gewährleistungsansprüche bei Bauwerke verjähren wie nach altem Recht nach 5 Jahren, beginnend mit der Abnahme.

Auch das (allerdings nur für Juristen interessante) Problem der Abgrenzung zwischen Mangelschäden und entfernten und nahen Mangelfolgeschäden hat sich durch die Einführung eines allgemeinen Tatbestandes der "Pflichtverletzung" erledigt.

Anzeige
Sie dürfen diesen Beitrag gern verlinken.

Klicken Sie einfach auf das Formularfeld und kopieren Sie sich den Link heraus.

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Veränderungen im Kaufrecht Das Kaufrecht hat umfangreiche Änderungen durch die Schuldrechtsreform erfahren. Zunächst wurden einige neue Begriffe eingeführt, die es nach altem Recht so ...
Weiterlesen...
Vodafone: Dürfen Telefonanbieter ihren Kunden mit einem SCHUFA- Eintrag drohen? Telekommunikation ist aus der heutigen Zeit nicht wegzudenken. Für die Dienstleistung berechnen die Anbieter selbstverständlich Kosten. Was aber, wenn der Kun...
Weiterlesen...
Autokauf im Netz: Darf bei gebrauchten Autos die Gewährleistung auf 1 Jahr begrenzt werden? Vor allem in AGB versuchen Händler häufig, die Vertragsbedingungen zu ihren Gunsten zu gestalten. Der BGH hatte kürzlich zu entscheiden, ob eine Verkürzung de...
Weiterlesen...
Bildrechte: Sind Creative Commons-Lizenzen in Deutschland gerichtlich durchsetzbar? Soweit ersichtlich hat sich das LG Berlin als erstes  deutsches Gericht mit der Zulässigkeit von Creative Commons Lizenzen auseinandergesetzt. Unter Crea...
Weiterlesen...
Onlineshop: Widerrufs- und Rückgaberecht nebeneinander sind zulässig Allgemeine Geschäftsbedingen können für einen Verbraucher oftmals schwierig zu verstehen sein. Vor allem wenn ihm ein Widerrufs- und ein Rückgaberecht eingeräum...
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.

Sicherheitscode Aktualisieren

Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zum Mitgliederbereich

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

video tutorials teaser

eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

Mehr Informationen

webinar teaser

Live-Webinare mit Rechtsanwalt Siebert

Sie fragen, Rechtsanwalt Siebert antwortet. Aktuelle Themen, umfassend und Schritt für Schritt erklärt: So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Informationen
Support
×
Sie besuchen eRecht24 öfter?

Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie

  • Einfache Lösungen zu den Abmahnfallen im Internet
  • Aktuelle Rechtstipps von Rechtsexperte Sören Siebert
  • 3 exklusive Checklisten zum Internetrecht

Wir halten uns an den .

Wir halten uns an den Datenschutz.