Achtung Händler: Bei Werbung mit fiktiven Niederlassungen droht Abmahnung!

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Egal, ob Friseur, Handwerker oder Schlüsseldienst – Viele Kunden greifen zu den Gelben Seiten. Blöd ist es dann aber, wenn dort eine Niederlassung eines Dienstleisters angegeben ist, die es gar nicht gibt. Und mit genau einer solchen Werbung musste sich das Oberlandesgericht Köln beschäftigen.

Schädlingsbekämpfer warb mit Niederlassungen, die es nicht gab

Ein Anbieter für Schädlingsbekämpfung warb im Internetportal der Gelben Seiten für seine Leistungen. U.a. gab er Niederlassungen an verschiedenen Standorten an. Das Problem: An den angegebenen Orten gab es überhaupt keine Niederlassungen. Prompt trudelte eine Abmahnung eines Wettbewerbsverbandes ins Haus.

Der Dienstleister gab die geforderte Unterlassungserklärung aber nicht ab. Er verteidigte sich mit der Behauptung, er selbst habe die Einträge bei den Gelben Seiten überhaupt nicht vorgenommen. Dies überzeugte den Wettbewerbsverband nicht. Der Fall landete vor Gericht. Das Oberlandesgericht Köln hat den Fall entschieden.

Angaben zu Niederlassungen in der Werbung müssen stimmen

Das Oberlandesgericht Köln (Urteil vom 23. Dezember 2016, Az. 6 U 119/16) entschied, dass die Werbung mit den fiktiven Niederlassungen des Schädlingsbekämpfers wettbewerbswidrig war. Und was war mit der Verteidigung des Schädlingsbekämpfers, er habe die Einträge in den Gelben Seiten überhaupt nicht vorgenommen?

Nun ja, für das Oberlandesgericht Köln war es eigentlich sehr einfach, diese Behauptung zu widerlegen. Denn: Die Standorte der (fiktiven) Niederlassungen fanden sich genauso auch auf der Webseite des Dienstleisters. Auch in vielen anderen Branchenbüchern im Internet waren die falschen Standorte zu finden. Außerdem war die Werbung bei den Gelben Seiten ähnlich gestaltet, wie die übliche Werbung des Schädlingsbekämpfers. Das reicht dem Gericht aus, um dem Dienstleister auf die Schliche zu kommen.

Praxis-Tipps:

1.    Händler sollten aufpassen, welche Angaben sie bei der Werbung in den Gelben Seiten und anderen Branchenbüchern machen. Potentielle Kunden gehen nämlich z.B. bei der Werbung mit Niederlassungen davon aus, dass es diese auch wirklich gibt.

2.    Erfahren Händler davon, dass in Branchenbücher falsche Einträge stehen, sollten sie umgehend tätig werden und die Löschung oder Korrektur der Angaben veranlassen.

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Kommentare  
deekay
0 # deekay 28.06.2017, 12:59 Uhr
Wie sieht das in Mietportalen aus? Erento, Miet24 und Co. haben einige Anbieter die Adressen angeben, die es nicht gibt. Auch auf ebay Kleinanzeigen habe ich das schon beobachtet. Da steht dann im Impressum des Angebotes dann die richtige Adresse.
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