Arbeitsrecht:Torwart Heinz Müller scheitert vor dem Bundearbeitsgericht

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Arbeitnehmer dürfen per Gesetz grundsätzlich nur befristete Arbeitsverträge mit bis zu einer Höchstdauer von zwei Jahren erhalten. Wollen Unternehmen darüber hinaus einen befristeten Vertrag vergeben, brauchen sie einen sachlichen Grund dafür. Fußballprofis dagegen müssen sich in der Regel stets mit einem befristeten Verhältnis zufriedengeben. Das stieß dem ehemaligen Bundesliga-Torwart Heinz Müller sauer auf. Er klagte daher gegen seine Befristung beim FSV Mainz. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat jetzt entschieden: Fußballspieler sind ein Sonderfall und dürfen immer wieder mit befristeten Verträgen ausgestattet werden. Wie kamen die Richter zu dem Urteil?

So kam es zum Rechtsstreit zwischen Heinz und Mainz

Heinz Müller stand seit 2009 als Torwart auf der Gehaltsliste des FSV Mainz. Zuletzt hatte Müller einen befristeten Arbeitsvertrag unterschrieben, der ihn von Juli 2012 bis Ende Juni 2014 an den Verein band. Im Vertrag fand sich für beide Parteien die Option, den Vertrag bis Juni 2015 zu verlängern. Die Voraussetzung: Müller kommt in der Saison 2013/14 in mindestens 23 Bundesligaspielen zum Einsatz. Aufgrund einer Verletzung spielte Müller ab dem 12. Spieltag jedoch nicht mehr. Selbst als er nach der Hinrunde wieder fit war, setzte Mainz ihn lediglich in der zweiten Mannschaft und somit nicht mehr in der Bundesliga ein. Nach der Saison endete der Vertrag dann wie vereinbart. Da Müller nicht auf die 23 Saisonspiele in der Bundesligamannschaft gekommen war, kam keine Verlängerung des Vertrags infrage. Heinz Müller glaubte jedoch, dass es – so wie aus dem Arbeitnehmerrecht bekannt – keinen sachlichen Grund gab, warum Mainz seinen Vertrag überhaupt befristet hat. Er ging daher von einem unbefristeten Vertragsverhältnis aus. Der Fall landete schlussendlich vor dem BAG.

BAG: Lizenzspieler sind Sonderfall

Das BAG hat jetzt entschieden, dass Mainz 05 den Vertrag über fünf Jahre befristen durfte (Urteil vom 16.01.2016, Az. 7 AZR 312/16). Die Richter stuften die Bundesliga als kommerzialisierten und öffentlichkeitsgeprägten Spitzenfußball ein, in dem Lizenzspieler innerhalb einer Mannschaft Höchstleistungen erbringen müssen. Das können sie nur für eine begrenzte Zeit. Daher hatte der FSV Mainz ein berechtigtes Interesse, den Vertrag von Heinz Müller zu befristen. Dafür sprach auch, dass Müller 2012, als er den neuen Vertrag unterschrieb, bereits 34 Jahre alt war – für einen Fußballprofi ein fortgeschrittenes Alter.

Das sagten die Vorinstanzen

In erster Instanz hatte das Arbeitsgericht Mainz Heinz Müller Recht gegeben (Urteil vom 19.03.2015, Az. 3 Ca 1197/14). Dieses Urteil widerlegte das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz zügig im darauffolgenden Jahr (Urteil vom 17.02.2016, Az. 4 Sa 202/15). Es verwies auf die Eigenart der geschuldeten Leistungen von Profifußballern und erklärte daher den befristeten Vertrag für gerechtfertigt.

Fazit

Das Urteil des BAG sorgt für Klarheit: Lizenzspieler im Profisport sind ein Sonderfall und dürfen immer wieder mit befristeten Verträgen ausgestattet werden. Heinz Müller bleibt rechtlich jetzt noch eine Option: Er kann vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ziehen.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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