Urteil: Taschendurchsuchungen bei Apple sind Arbeitszeit

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Apple überprüft in seinen kalifornischen Ladengeschäften die Taschen seiner Mitarbeiter, bevor diese in den Feierabend gehen. 2013 hatten Angestellte daher den Konzern verklagt. Sie warfen Apple vor, dass die Überprüfung zwischen 5 und 45 Minuten dauere. Das müsse das Unternehmen als Arbeitszeit werten. In erster Instanz scheiterte die Klage jedoch. Nun kam das Berufungsgericht zu dem Schluss: Apple muss die Taschendurchsuchungen als Arbeitszeit anrechnen. Wie sah Apple die Taschenüberprüfung? Und wie stufte das Gericht diese ein?

Was warfen Mitarbeiter Apple vor?

Mitarbeiter warfen Apple vor, der Konzern kontrolliere ihre Taschen außerhalb der Arbeitszeit. Zudem nehme er das oft vor „glotzenden Kunden“ vor. Das sei zeitintensiv und entwürdigend. Apple behandele seine Mitarbeiter wie „Kriminelle“ und „Tiere“.

So sah Apple die Taschendurchsuchungen

Apple argumentierte, die Taschenüberprüfung sei ein „optionaler“ Vorteil für Mitarbeiter. Denn: Es ermögliche ihnen, persönliche iPhones und andere Gegenstände mitzubringen. Und: Mitarbeiter müssten ja keine Taschen oder Geräte mitbringen.

So entschied der oberste Gerichtshof über die Taschendurchsuchungen

Nachdem die erste Instanz die Klage abgewiesen hatte, ging der Fall an das kalifornische Berufungsgericht. Dies wendete sich an den obersten Gerichtshof Kaliforniens. Dieser entschied Anfang des Jahres: Angestellte müssen am Arbeitsplatz darauf warten, dass Apple die Taschen durchsucht. Sie müssen dabei Anweisungen folgen. Das ist als Arbeitszeit einzustufen.

Es ist offensichtlich, dass Apples Taschendurchsuchungen der Diebstahlabschreckung dienen. Sie nutzen vorrangig dem Unternehmen. Sie sind eine Bürde für Mitarbeiter. Und: Es ist ironisch, dass Apple das Mitführen eines iPhones bei seinen eigenen Mitarbeitern als unnötig einstuft, das Smartphone sonst aber als „integralen“ Lebensbestandteil beschreibt.

So entschied das Berufungsgericht über die Taschendurchsuchungen

Der Fall ging damit zurück an das kalifornische Berufungsgericht. Die Richter verwarfen das Urteil der ersten Instanz. Die Durchsuchung der Taschen ist Arbeitszeit. Apple muss mehr als 12.000 Mitarbeitern die Extrazeit bezahlen. Das gilt rückwirkend. Apple dürfte damit einen zweistelligen Millionenbetrag zahlen müssen.

Fazit

Im Dezember 2014 war der Oberste Gerichtshof der USA in einem ähnlichen Fall zu einem anderen Ergebnis gekommen. Damals entschieden die Richter, dass Amazon seine Mitarbeiter für die Zeit für Sicherheitsüberprüfungen nicht bezahlen muss.

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