Zulässige Krankmeldung: Kündigung unzulässig

(7 Bewertungen, 4.43 von 5)

Auch wenn das Kündigungsschutzgesetz nicht gilt, darf einem Beschäftigten nicht gekündigt werden, wenn er wegen einer Erkrankung berechtigt zu Hause bleibt.

Das KSchG (Kündigungsschutzgesetz) ist nicht anzuwenden, wenn sich der Beschäftigte noch in der Probezeit befindet oder grundsätzlich weniger als zehn Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt werden. Dennoch muss dem Mitarbeiter ein Mindestschutz vor ungerechtfertigten Kündigungen durch den Arbeitgeber gewährt werden.

Arbeitgeber kündigt krankem Mitarbeiter

Ein Unternehmen beschäftigte zwei Mitarbeiter, von denen einem während der Arbeitszeit schlecht wurde. Dennoch durfte er nicht nach Hause und musste bis zum Ende seiner Schicht weiterarbeiten. Er ließ sich später von seinem Arzt untersuchen, blieb am darauffolgenden Tag zu Hause und informierte seinen Arbeitgeber rechtzeitig von der Erkrankung. Als der noch am gleichen Tag das Arbeitsverhältnis kündigte, erhob der Mitarbeiter Kündigungsschutzklage. Nun schickte der Arbeitgeber noch eine Kündigung in Kopie an das Gericht, die der Angestellte aber auch für unwirksam hielt.

Unwirksame Kündigungen

Das Arbeitsgericht (ArbG) Trier gab dem Mitarbeiter Recht. Die letzte Kündigung sei schon deswegen unwirksam, weil sie der Schriftform nach § 623 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) nicht entspreche. Immerhin müsse das Schriftstück eigenhändig unterschrieben werden; die Kopie einer Unterschrift genüge nicht.

Auch die erste Kündigung war nicht wirksam. Zwar gelte das KSchG nach § 23 I 3 KSchG nicht, weil weniger als zehn Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt seien. Dennoch müsse ein Arbeitnehmer aber zumindest vor ungerechtfertigten Kündigungen geschützt werden. So dürfe etwa gemäß § 612a BGB nicht entlassen werden, wer seine Rechte in zulässiger Weise ausübt. Vorliegend habe der Angestellte wegen Krankheit nicht arbeiten können. Der Arbeitgeber wollte ihn daher bestrafen und kündigte ihm ohne jede soziale Rücksichtnahme. Das sei unzulässig und rechtfertige keine Kündigung.
(ArbG Trier, Urteil v. 08.12.2012, 3 Ca 936/11)

Lesen Sie mehr Rechtstipps vom anwalt.de-Redaktionsteam zum Arbeitsrecht.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Arbeitsrecht: Ist Daten löschen auf dem Firmenrechner strafbar? Auf Firmenrechnern befinden sich meist viele unternehmenswichtige Daten. Beschäftigte wissen um deren Bedeutung fürs Geschäft. Endet ein Arbeitsverhältnis im Bö...
Weiterlesen...
Bin ich (Schein)Selbständig oder abhängiger Arbeitnehmer? In vielen Branchen, insbesondere auch im IT-Bereich, stellt sich für viele Einzelunternehmer die Frage, ob die eigene Tätigkeit oder die von Mitarbeitern als fr...
Weiterlesen...
Arbeitsrecht: Kann der Betriebsrat die Abschaltung einer Unternehmensseite bei Facebook verlangen? Viele Unternehmen betreiben bei dem sozialen Netzwerk „Facebook“ eine Informationsseite. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hatte sich mit dem Problem zu bes...
Weiterlesen...
Arbeitsrecht: Klage gegen Kündigung oder lieber gutes Arbeitszeugnis? Wird ein Arbeitnehmer gekündigt steckt er oft in einer Zwickmühle. Wenn er sich gerichtlich gegen die Kündigung wehrt, stehen die Chancen auf ein gutes Arbeitsz...
Weiterlesen...
Kündigung wegen Privatnutzung eines Dienst-Computers Liegt keine sog. exzessive Privatnutzung des Internets bzw. des Dienst-PCs vor, so muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zunächst abmahnen. Dies hat das Landesa...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige

Im Themenfeld Arbeitsrecht hat sich in den letzten Jahren auch durch das Internet einiges geändert. Neue Fragen wurden aufgeworfen, die es ohne die Internet-Technologie nicht gab. Das Arbeitsrecht befasst sich mit den Rechten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen.

Typische Fragestellungen im Arbeitsrecht (Quelle: www.perwiss.de) in Bezug auf die neuen Medien sind bspw.: Wie das Internet am Arbeitsplatz genutzt werden darf oder in welcher Form eine Kündigung im Internetzeitalter zu erfolgen hat. Vor allem die Fragen, wer dafür haftet, wenn ein Arbeitnehmer auf dem Dienst-Computer illegale Software installiert hat oder im Internet nicht im Sinne des Unternehmes aktiv ist, sind für alle Beteiligten eines Arbeitsverhältnisses von Bedeutung.

Informieren und Vorbeugen (durch Transparenz und klare Regeln) sind bei den rechtlichen Fragestellungen rund um das Arbeitsrecht und Arbeitsverhältnisse in Unternehmen oberstes Gebot.

Lesen Sie im Spezial Personalwesen alle wichtigen Informationen über ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, die Personalbeschaffung per Headhunter sowie die Problematiken in Mitarbeitergesprächen und Hinweise zu Zielvereinbarungen mit den Mitarbeitern.

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support