Negative Facebook-Äußerung: Kündigung erlaubt?

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Soziale Netzwerke nehmen immer mehr an Bedeutung zu. Es kann sich aber auch nachteilig auswirken, dass die Einträge der Facebook-User – im Gegensatz zu einer Privatmail oder einem Brief – von vielen Personen gelesen werden. Denn erfährt der Chef, dass sich ein Angestellter negativ über ihn geäußert hat, ist eine Entlassung oft die traurige Folge des Eintrags.

Doch berechtigt eine Äußerung auf Facebook tatsächlich zur Kündigung?

Verstoß gegen vertragliche Pflichten?

Neben der Hauptleistungspflicht, seine Arbeitsleistung zu erbringen, muss der Mitarbeiter unter anderem auch auf die Interessen des Chefs Rücksicht nehmen. So hat er beispielsweise Äußerungen auf Facebook zu unterlassen, mit denen er das Image des Unternehmens schädigen könnte. Zu beachten ist aber, dass grundsätzlich nicht sofort gekündigt werden darf. Der Arbeitgeber muss das Verhalten des Angestellten zunächst abmahnen. Nur im Wiederholungsfall oder bei extremen Äußerungen bzw. Beleidigungen darf der Arbeitgeber (fristlos) kündigen.

Was ist erlaubt, was nicht?

Nicht jede negative Äußerung über den Arbeitgeber berechtigt diesen zur Kündigung. Denn der Beschäftigte kann sich oft auf seine Meinungsfreiheit nach Art. 5 I GG (Grundgesetz) berufen. Macht der Mitarbeiter seinen Chef aber beispielsweise auf sein Facebook-Profil und die dortigen Eintragungen aufmerksam, um so den Arbeitgeber zu beleidigen, könnte eine Kündigung wiederum gerechtfertigt sein.

Das gleiche gilt für Posts, mit denen sich der Beschäftigte rächen will, da er so eindeutig den Willen zeigt, das Image des Chefs zu schädigen. Drückt der Angestellte lediglich den „Gefällt mir“-Button und suggeriert damit, dass ihm der beleidigende Eintrag eines anderen über den Arbeitgeber zusagt, ist vor einer Kündigung jedoch zunächst eine Abmahnung auszusprechen (ArbG Dessau-Roßlau, Urteil v. 21.03.2012, Az.: 1 Ca 148/11).

Fazit:

Arbeitnehmer, die sich auf Facebook negativ über ihre Arbeit oder ihren Chef äußern, riskieren die Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses.

Lesen Sie mehr Rechtstipps vom anwalt.de-Redaktionsteam zum Arbeitsrecht.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Facebook: Profil der Stadt München mit 400.000 Fans abgeschaltet Letzten Freitag wurde ohne Vorwarnung die Facebook-Fanseite der Stadt München mit über 400.000 Fans abgeschaltet. Zunächst schoben die Facebookbetreiber techn...
Weiterlesen...
Gesichtserkennung: Nutzung von Social-Media-Plattformen zur Fahrerermittlung Ermittler der Polizei identifizierten Temposünder, die in eine Radarfalle geraten sind, in der Vergangenheit nicht selten durch Befragung von Personen aus dem ...
Weiterlesen...
Lehrer auf Facebook: Kündigung wegen anzüglicher Nachrichten an Schülerin? Soziale Netzwerke sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Auch werden sie immer mehr in den Schulalltag integriert, z.B. um Wandertage über Facebook-Grupp...
Weiterlesen...
Facebook & Co.: Dürfen private Nachrichten veröffentlicht werden? Das soziale Netzwerk „Facebook“ ermöglicht es seinen Nutzern, private Nachrichten an andere zu verschicken. Doch dürfen diese auch öffentlich gemacht werden? ...
Weiterlesen...
Beleidigungen und Shitstorm: Anti-Wendler-Kampagne auf Facebook gestoppt Der Shitstorm gegen den Schlagersänger Michael Wendler war wahrscheinlich der größte, den es je auf Facebook gab. Über 700.000 Menschen sprachen über ihn, die...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige

Im Themenfeld Arbeitsrecht hat sich in den letzten Jahren auch durch das Internet einiges geändert. Neue Fragen wurden aufgeworfen, die es ohne die Internet-Technologie nicht gab. Das Arbeitsrecht befasst sich mit den Rechten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen.

Typische Fragestellungen im Arbeitsrecht (Quelle: www.perwiss.de) in Bezug auf die neuen Medien sind bspw.: Wie das Internet am Arbeitsplatz genutzt werden darf oder in welcher Form eine Kündigung im Internetzeitalter zu erfolgen hat. Vor allem die Fragen, wer dafür haftet, wenn ein Arbeitnehmer auf dem Dienst-Computer illegale Software installiert hat oder im Internet nicht im Sinne des Unternehmes aktiv ist, sind für alle Beteiligten eines Arbeitsverhältnisses von Bedeutung.

Informieren und Vorbeugen (durch Transparenz und klare Regeln) sind bei den rechtlichen Fragestellungen rund um das Arbeitsrecht und Arbeitsverhältnisse in Unternehmen oberstes Gebot.

Lesen Sie im Spezial Personalwesen alle wichtigen Informationen über ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, die Personalbeschaffung per Headhunter sowie die Problematiken in Mitarbeitergesprächen und Hinweise zu Zielvereinbarungen mit den Mitarbeitern.

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support