Privatgespräche im Job: Darf der Chef das Arbeitstelefon überwachen?

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In einem Unternehmen spielt nicht nur der Internetzugang eine wichtige Rolle; auch ein Telefon ist heutzutage unverzichtbar. Schließlich werden darüber mittlerweile sogar Konferenzen mit Geschäftspartnern abgehalten oder z. B. Dienstleistungen über das Telefon erbracht. Doch darf der Chef Privattelefonate verbieten und seine Mitarbeiter bei Telefonaten – auch zur Qualitätskontrolle – überwachen?

Aufzeichnung oder Abhören?

Nach § 4 I BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) dürfen personenbezogene Daten nur erhoben und verarbeitet werden, wenn dies durch Rechtsvorschrift wie z. B. § 28 I BDSG erlaubt wird oder die Betroffenen eingewilligt haben. Schließlich verletzen das Abhören und Aufzeichnen der geschäftlichen Gespräche das Grundrecht der Telefonierenden auf informationelle Selbstbestimmung. Somit dürfen die Gespräche eines Beschäftigten nicht heimlich abgehört oder aufgezeichnet werden. Anderenfalls kann sich der Arbeitgeber nach § 201 StGB (Strafgesetzbuch) wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes strafbar machen.

Ferner ist zu beachten, dass das Aufzeichnen einen stärkeren Eingriff darstellt als das bloße Abhören. Wichtig: Der Betriebsrat muss nach § 87 I Nr. 6 BetrVG (Betriebsverfassungsgesetz) mitbestimmen, wenn der Arbeitgeber das Verhalten und die Leistung der Beschäftigten mittels technischer Einrichtungen überprüfen will.

Privatgespräche oder Qualitätskontrolle?

In aller Regel sind Privatgespräche über das Arbeitstelefon verboten. Anderes gilt, wenn z. B. im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung Abweichendes vereinbart wurde. Außerdem sind Privatgespräche auch zulässig, wenn der Arbeitgeber sie über einen längeren Zeitraum geduldet hat. Dennoch darf er diese Gespräche nicht abhören oder aufzeichnen; schließlich fallen die privaten Telefonate unter das Fernmeldegeheimnis nach Art. 10 GG (Grundgesetz).

Der Chef darf aber in der Einarbeitungsphase seiner Mitarbeiter stichprobenartig mithören. Im Übrigen ist es rechtlich erlaubt, wenn der Arbeitgeber zu Zwecken der Qualitätskontrolle die geschäftlichen Telefongespräche seiner Angestellten abhört bzw. aufzeichnet. Wie bereits erläutert, müssen die Telefonierenden jedoch zuvor in das Abhören bzw. Aufzeichnen des Gesprächs einwilligen.

Fazit: 

Privatgespräche der Mitarbeiter dürfen vom Chef gar nicht und geschäftliche Telefonate in der Regel nur stichprobenartig abgehört bzw. aufgezeichnet werden.

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