Sommer, Sonne, Strand: Keine „Selbstbeurlaubung“ durch Arbeitnehmer

(3 Bewertungen, 5.00 von 5)

Nach monatelanger Schufterei in der Arbeit wünscht man sich endlich Ferien herbei. Doch dann macht einem der Chef einen Strich durch die Rechnung, weil er keinen Urlaub gewähren will. Arbeitnehmer sollten sich dennoch nicht „krank“ spielen, denn sonst droht die fristlose Kündigung.

Kein Urlaub? Dann bin ich eben krank!

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Erholungsurlaub. Dabei muss der Arbeitgeber zwar grundsätzlich die Wünsche des Mitarbeiters berücksichtigen. Auf der anderen Seite darf er aber betriebliche Gründe – z. B. Unterbesetzung oder saisonal bedingter Arbeitsanstieg – anführen und den Urlaub in der vom Angestellten geplanten Zeit verweigern.

Eine Frau war seit wenigen Monaten in einem Hotel als Zimmermädchen beschäftigt. Als sie ihren Jahresurlaub nehmen wollte, verweigerte ihr Arbeitgeber dessen Gewährung. Schließlich falle ausgerechnet in dieser Zeit mehr Arbeit für die Reinigungskräfte an, weil 90 Gäste gleichzeitig ihre Zimmer räumen. Daraufhin gab die Beschäftigte an, dann eben krank zu werden. Wie angekündigt ließ sie sich für die betreffende Zeit krankschreiben, woraufhin ihr Chef das Arbeitsverhältnis fristlos kündigte. Die Beschäftigte hielt die Kündigung für unwirksam; schließlich sei sie tatsächlich in dieser Zeit erkrankt und habe daher nicht „krank gespielt“.

Fristlose Kündigung ist wirksam

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern bejahte die Wirksamkeit der Kündigung. Die Beschäftigte konnte nicht nachweisen, tatsächlich krank gewesen zu sein. Stattdessen hat sie eine Krankheit für den Fall angedroht, dass ihr der gewünschte Urlaub nicht gewährt wird. Darin ist aber ein Verstoß gegen ihre sog. Leistungstreuepflicht zu sehen. Sie hat damit gezeigt, dass sie ihren Willen um jeden Preis durchsetzen will und sogar vor dem Missbrauch gesetzlicher Vorschriften – hier des Entgeltfortzahlungsgesetzes – nicht halt macht.

Fazit:

Das Vortäuschen der Arbeitsunfähigkeit beeinträchtigte auch das Vertrauen des Arbeitgebers in die Ehrlichkeit seiner – ohnehin erst seit Kurzem bei ihm beschäftigten – Mitarbeiterin, sodass eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar war. Daran ändert sich auch dann nichts mehr, wenn die Beschäftigte später tatsächlich erkrankt; immerhin muss der Chef jederzeit damit rechnen, dass die Angestellte wieder „krank spielt“. (LAG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil v. 13.12.2011, Az.: 5 Sa 63/11)


Sie haben weitere Fragen zum Thema Arbeitsrecht? Lassen Sie sich auf anwalt.de individuell beraten! Weitere Beratungsfelder sind:
Abmahnung prüfen
Änderungskündigung
Aufhebungsvertrag
Urlaubsabgeltung

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Kündigung von Arbeitsvertrag per SMS verstößt gegen Schriftform Die 10. Kammer des Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm (Az.: 10 Sa 512/07, Urteil vom 17.08.2007) hatte im Rahmen einer arbeitsrechtlichen Streitigkeit auch über di...
Weiterlesen...
Musik-Downloads am Arbeitsplatz: Kündigung ohne vorherige Abmahnung? Nach über 21 Jahren wurde einem Arbeitnehmer der Job gekündigt. Grund war die private Internetnutzung am Arbeitsplatz und die war nicht einmal explizit verboten...
Weiterlesen...
Private Internetnutzung am Arbeitsplatz: Drohen Kündigung und Aufhebungsvertrag? Hat der Arbeitgeber die private Nutzung des Internets und das Verschicken privater E-Mails verboten, darf er stichprobenartig überprüfen, ob sich seine Mitarbei...
Weiterlesen...
Arbeitsrecht: Privatnutzung des betrieblichen PCs kann zur Kündigung führen Private Telefonate und E-Mail während der Arbeitszeit sind bei Arbeitgebern nicht erwünscht, Arbeitnehmer müssen unter Umständen mit einer Kündigung rechnen. Ei...
Weiterlesen...
Wann erfährt mein Vorgesetzter von dem Strafverfahren? Wer vor dem Strafrichter steht oder wegen einer Straftat verurteilt wurde, möchte nicht, dass der Arbeitgeber davon erfährt. Allerdings gibt es eine Verwaltungs...
Anzeige anwalt.de Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige

Im Themenfeld Arbeitsrecht hat sich in den letzten Jahren auch durch das Internet einiges geändert. Neue Fragen wurden aufgeworfen, die es ohne die Internet-Technologie nicht gab. Das Arbeitsrecht befasst sich mit den Rechten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen.

Typische Fragestellungen im Arbeitsrecht (Quelle: www.perwiss.de) in Bezug auf die neuen Medien sind bspw.: Wie das Internet am Arbeitsplatz genutzt werden darf oder in welcher Form eine Kündigung im Internetzeitalter zu erfolgen hat. Vor allem die Fragen, wer dafür haftet, wenn ein Arbeitnehmer auf dem Dienst-Computer illegale Software installiert hat oder im Internet nicht im Sinne des Unternehmes aktiv ist, sind für alle Beteiligten eines Arbeitsverhältnisses von Bedeutung.

Informieren und Vorbeugen (durch Transparenz und klare Regeln) sind bei den rechtlichen Fragestellungen rund um das Arbeitsrecht und Arbeitsverhältnisse in Unternehmen oberstes Gebot.

Lesen Sie im Spezial Personalwesen alle wichtigen Informationen über ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, die Personalbeschaffung per Headhunter sowie die Problematiken in Mitarbeitergesprächen und Hinweise zu Zielvereinbarungen mit den Mitarbeitern.

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support