Lehrer auf Facebook: Kündigung wegen anzüglicher Nachrichten an Schülerin?

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Soziale Netzwerke sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Auch werden sie immer mehr in den Schulalltag integriert, z.B. um Wandertage über Facebook-Gruppen zu koordinieren. Das Verwaltungsgericht Aachen hatte jedoch darüber zu entscheiden, ob ein Lehrer mit einer seiner Schülerinnen private Nachrichten austauschen darf.

Lehrer hatte mit 16 jähriger Schülerin privaten Kontakt

In dem Fall ging es um einen 40 jährigen Lehrer auf Probe der über Chats mit einer Schülerin private Nachrichten verschickte. Der Lehrer hielt den Chatkontakt über mehrere Monate hinweg aufrecht. Er äußerte der Schülerin gegenüber dann sogar, dass er sexuelles Interesse an ihr hatte. Als er sie schließlich bat mit ihr Sex zu haben, wandte sich die Schülerin an die Schulleitung. Die Bezirksregierung von Köln untersagte dem Lehrer dann sofort die Tätigkeit. Der Lehrer hielt dies für unrechtmäßig und wandte sich zunächst an das Verwaltungsgericht Aachen um in einem Eilverfahren die Entlassung abzuwenden.

Entlassung des Lehrers war rechtmäßig

Das Verwaltungsgericht Aachen entschied jedoch im Eilverfahren (VG Aachen, Beschluss vom 1. Juli 2013, Az.: 1 L 251/13) gegen den Lehrer, sodass er aus dem Beamtenverhältnis entlassen wurde. Der Lehrer war jedoch der Ansicht, dass diese Entlassung nicht rechtmäßig war, da er auch an eine andere Schule hätte versetzt werden können. Da er nie mit der Schülerin tatsächlichen sexuellen Kontakt gehabt hatte, hätte sein Verhalten auch durch eine Versetzung „bestraft“ werden können. Im Klageverfahren entschied jedoch das VG Aachen, dass die Entlassung rechtmäßig gewesen war (VG Aachen, Urteil vom 09.01.2014, Az.: 1 K 2155/13). Das Gericht begründet seine Entscheidung damit, dass der Lehrer durch sein Verhalten ein schweres Dienstvergehen begangen hat. Dadurch dass er (verbalen) sexuellen Kontakt zu einer Schülerin hatte, hat der Lehrer gezeigt, dass ihm seine Bedürfnisse wichtiger waren als die unbeeinträchtigte Entwicklung der im anvertrauten Jugendlichen. Ein solches Verhalten verletzt den Kernbereich der Lehrerpflichten und hätte sogar bei einem auf Lebenszeit ernannten Beamten die Entlassung gerechtfertigt.

Fazit:

Das Urteil zeigt, dass bei gravierenden Dienstvergehen eine Entlassung von Lehrern gerechtfertigt ist. Eine private Kontaktaufnahme über soziale Netzwerke sollte daher auf jeden Fall stets nur im Zusammenhang mit der dienstlichen Tätigkeit erfolgen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Lehrer kann gegen das Urteil Berufung beim OVG Münster einlegen.

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