Handwerkerbesuch, Arzttermin, Hochzeit, Beerdigung: Wofür muss mir der Chef freigeben?

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Ist ein Arbeitnehmer zeitlich begrenzt verhindert, steht ihm in bestimmten Fällen bezahlter Sonderurlaub zu. Arzttermine, Behördengänge, Hochzeiten: Wann genau muss der Chef dem Wunsch nach Sonderurlaub zustimmen?

Sonderurlaub

Voraussetzung ist, dass er keine Schuld an der Verhinderung hat und sie nur eine vergleichsweise unerhebliche Weile andauert. Indes kann anderes vereinbart werden, was dann vielmals im Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder in der Betriebsvereinbarung zu finden ist. Der Zeitraum des Sonderurlaubs ist nicht im Gesetz geregelt, in der Regel dauert er ein bis zwei Tage.

Gesundheitstermine

Ist zum Beispiel das Kind krank, dürfen Eltern zu Hause bleiben. Gesetzlich Versicherte bekommen keinen Sonderurlaub, sondern sind bis zu zehn Arbeitstage pro Kind unbezahlt freigestellt. Sie erhalten von der gesetzlichen Krankenversicherung für diese Zeit Kinderkrankengeld. Privatversicherte erhalten bis zu vier Tage Sonderurlaub pro Kalenderjahr. Weitere Regelungen dazu finden sich im Tarifvertrag – wie etwa zur Freistellung für die Pflege anderer Familienmitglieder, in der Regel ein Tag pro Jahr. Bei Arztterminen in akuten Situationen hat der Arbeitnehmer einen Freistellungsanspruch. Anderes gilt allerdings bei regulären Arztterminen. Sie müssen meist außerhalb der Arbeitszeit erledigt werden.

Termine im familiären Umfeld

Für Ereignisse mit Bezug zur Familie besteht ein Anspruch auf bezahlten Sonderurlaub. Das gilt für freudige Anlässe wie die Geburt eines Kindes oder wenn man selbst oder die Eltern zum Altar schreiten. Auch für die silberne oder goldene Hochzeit der Eltern gibt es einen Tag frei. Für den traurigen Anlass eines Todesfalls in der Familie gibt es in aller Regel zwei Tage Sonderurlaub. Keinen Sonderurlaub gibt es dagegen zum Beispiel bei der Heirat des besten Freundes oder für die Bestattung eines entfernten Verwandten.

Handwerker & Behördengänge

Termine aus anderen Gründen, wie beispielsweise ein Handwerkerbesuch oder ein Behördengang müssen ebenfalls standardmäßig in die Freizeit verlegt werden. Hier kann der Arbeitgeber selbstverständlich aus Kulanzgründen Sonderurlaub geben. Bei Umzügen aus arbeitsbezogenen oder privaten Gründen zeigen sich viele Arbeitgeber ebenfalls entgegenkommend. Häufig sorgt ein Blick in die Betriebsvereinbarung oder in den Arbeitsvertrag für Klarheit, was in diesen Fällen gilt.

Sonderurlaub für Ehrenämter?

Auch ehrenamtliche Tätigkeiten sind im Allgemeinen kein Grund für Sonderurlaub. Allerdings gibt es in einigen Bundesländern gesetzliche Ausnahmen, meist für den Bereich der Jugendarbeit.  

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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