Arbeitsrecht: Unfreundliche Mitarbeiter riskieren Abmahnung

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Der Kunde ist König: Auch wenn dieses Paradigma im wirklichen Geschäftsleben nicht wortwörtlich zu nehmen ist, Mitarbeiter sich also vor Kunden nicht auf den Boden werfen müssen, sollten sie ihnen dennoch respektvoll begegnen. Neben einem schlechten Firmenimage riskieren patzige Arbeitnehmer obendrein eine Abmahnung. Die kann im Wiederholungsfall wiederum eine fristlose Kündigung rechtfertigen.

Nach 20 Anrufen bleibt die Freundlichkeit aus

Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Schleswig-Holstein genügt für eine Abmahnung bereits ein unflätiges Verhalten. So ging es im Fall nicht darum, dass der abgemahnte Angestellte Kunden beschimpft oder gar mit entsprechenden Worten belegt hatte. Vielmehr hatte er im Rahmen seiner Beratungsaufgaben für Meisterkurse die Frage eines Teilnehmers zur Prüfungsanmeldung per E-Mail mit den Worten beantwortet, dass es „eigentlich selbstverständlich sei, dass man sich dort anmeldet, wo man sich auch zur schriftlichen Prüfung angemeldet hat. Dass Anmeldungen nicht auf Zuruf erfolgen können, sollte ebenfalls klar sein.“ Als der angehende Meister ihm gegenüber die unfreundliche Antwort anmerkte, teilte der Angestellte ihm noch mit: „Nach heute mittlerweile ca. zwanzig Anrufen von angehenden Meistern bleibt die Freundlichkeit einfach aus.“

Als der Arbeitgeber davon erfuhr, folgte eine entsprechende Abmahnung. Weil der Arbeitnehmer diese als unangemessen empfand, verlangte er ihre Feststellung als unrechtmäßig und ihre Entfernung aus seiner Personalakte. Doch wie bereits das Arbeitsgericht wies auch das LAG die Klage in der Berufung ab.

Wiederholt unfreundliches Verhalten rechtfertigte Abmahnung

Die Abmahnung sei weder inhaltlich unrichtig noch zu unbestimmt. Diese Anforderungen verlangen von Arbeitgebern insbesondere, den Vorfall in der Abmahnung möglichst originalgetreu zu schildern. Der Arbeitgeber habe das Verhalten des Arbeitnehmers zudem rechtlich zutreffend bewertet. Nicht zuletzt sei die Abmahnung auch verhältnismäßig erfolgt. Auf der anderen Seite habe der Gegen Arbeitnehmer kein ausreichendes Interesse gegen den Verbleib in der Personalakte dargelegt.

Sein Verhalten sei angesichts seiner Aufgabe, mit Kunden zu kommunizieren, nicht hinzunehmen. Grund für die berechtigte Abmahnung war für das LAG dabei insbesondere, dass der Kläger auch auf den Hinweis des Kunden hin weiter unfreundlich reagiert hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und betrifft einen Einzelfall. Arbeitnehmer, die ihren Anstand vergessen haben, sollten, auch wenn sie einen schlechten Tag hatten, sich in solchen Fällen dennoch zurückhalten und zudem rechtzeitig um Wiedergutmachung bemühen.

(LAG Schleswig-Holstein, Urteil v. 20.05.14, Az.: 2 Sa 17/14) (GUE)

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